Immer mehr Radler und Gassigeher nutzen das Aubinger Moos und die Moosschwaige

Flora und Fauna in Gefahr

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Kurztrip in die Moosschwaige: Stadträtin Katrin Habenschaden setzt sich für die Erarbeitung eines Nutzungskonzepts für Besucher ein.

Die Moosschwaige im Aubinger Moos wird als Erholungsgebiet immer beliebter. Deshalb fordern Grünen-Stadträtin Katrin Habenschaden (Foto) und der Landesbund für Vogelschutz die Stadt dazu auf, ein Wege-Konzept für Besucher zu erstellen, um sensible Bereiche zu schützen. Was das Planungsreferat dazu sagt, lesen Sie hier.

An den ehemaligen Fischteichen, den Moosschwaiger Weihern, könne man ihn manchmal beim Jagen beobachten, den türkisfarbenen Eisvogel. „Es gibt an der Moosschwaige verschiedene Lebensräume, in denen sich viele schützenswerte Tiere und Pflanzen angesiedelt haben“, sagt Grünen-Stadträtin Katrin Habenschaden. Laut Landesbund für Vogelschutz gerät das Gebiet im Aubinger Moos, das am Gut Moosschwai- ge liegt, durch immer mehr Erholungssuchende unter Druck. „Deshalb werden wir als Fraktion ein Lenkungskonzept und seine zeitnahe Erarbeitung per Stadtratsantrag in der nächsten Woche fordern“, erklärt Habenschaden.

Immer mehr Radler, Spaziergänger und Gassigeher würden das Gebiet zur Erholung aufsuchen. „Die Hunde laufen frei herum und auch die Menschen betreten Flächen, in denen sie beispielsweise bodenbrütende Vögel stören“, erläutert die Aubinger Stadträtin. „Durch das Lenkungskonzept sollen für Spaziergänger Wege ausgewiesen werden, die sie benutzen dürfen und Bereiche bestimmt werden, in denen sie ihre Hunde frei laufen lassen können.“

Mit dem Landesbund für Vogelschutz, der die Biotoppflege großer Teile der Flächen übernommen hat, sei die Vorgehensweise der Stadtrats-Grünen abgesprochen. Auch Martin Hänsel, Vize-Chef der Münchner Sektion im Bund Naturschutz, hält die Forderung nach solch einem Konzept für notwendig. „In den nächsten Jahren entsteht in unmittelbarer Nähe das neue Viertel Freiham. Rund 20 000 Menschen werden dort eine neue Heimat finden und die Erholungsgebiete in ihrer Nähe nutzen wollen“, sagt er. „Da ist es gut, wenn man schon vorher Maßnahmen ergreift, bevor es zu spät ist.“ So laufe die Stadt nicht Gefahr, wie beim Isar-Grillen, im Nachhinein der Natur zu Liebe etwas rückgängig machen zu wollen, was dann in der Bevölkerung Widerstand auslöst.

Hänsel sieht die Moosschwaige als wichtiges Landschaftsschutzgebiet. Das etwa 113 Hektar große Gebiet, das die Stadt als Ausgleichsfläche für das Neubaugebiet Freiham erworben hat, ist das ideale Wildkatzenrevier. Der Naturschützer möchte das Tier, von dem es nur noch 250 in Bayern gibt, dort heimisch machen. „Ohne eine gelenkte Nutzung des Gebiets durch Menschen und Hunde wird sich die scheue Wildkatze allerdings gestört fühlen und die Moosschwaige meiden“, sagt Hänsel.

Das Planungsreferat ist sich dieser Probleme bewusst. „Wir bereiten gerade eine Vertragsvorlage für die Vergabe der Erstellung eines Erholungskonzepts vor“, sagt Ingo Trömer, Sprecher des Referats. „Landschaftsplaner sollen erarbeiten, auf welche Hauptrouten Besucher gelenkt werden, so dass sie keine sensiblen Bereiche berühren und die Flora und Fauna stören.“ Marie-Anne Hollenz

Aubinger Moos

Die Moosschwaige ist ganz offiziell die Bezeichnung eines Guts aus dem 19. Jahrhundert, das am Germeringer Weg liegt. Umgangssprachlich bezeichnet es aber auch das Gebiet im Aubinger Moos, das an die Eichenauer Straße angrenzt. Die Mooschwaige ist Teil des bayerischen Landschaftsschutzgebietes „Aubinger Lohe und Moosschwaige mit Erweiterung“ mit einer Fläche von 156 Hektar. Aufgrund des immensen Artenreichtums, sowohl die Flora als auch die Fauna betreffend, hat der Landesbund für Vogelschutz dort vor fünfzehn Jahren die Pflege mehrerer Flächen übernommen. Mit Erfolg: Viele ehemals verschwundene Pflanzen wie die Sibirische Schwertlilie tauchten kurz nach Pflegebeginn wieder auf.

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