Mobilität in München soll neu gedacht werden

Vorschläge gegen das Verkehrschaos im Österreicher-Viertel in Pasing

Die Anwohner der Pörtschacher Straße im Österreicher-Viertel in Pasing schlagen unter anderem ein Einbahnstraßensystem vor.
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Die Anwohner der Pörtschacher Straße im Österreicher-Viertel in Pasing schlagen unter anderem ein Einbahnstraßensystem vor.
  • Andreas Schwarzbauer
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Österreicher-Viertel in Pasing leidet unter zu wenigen Stellplätzen und Durchgangsverkehr. Deshalb fordern die Anwohner unter anderem ein Parklizenzgebiet

Pasing - Auf der Pörtschacher Straße im Österreicher-Viertel in Pasing kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Einbahnstraßen, ein Parkhaus oder ein Parklizenzgebiet sollen sie entschärfen.

Parklizenzgebiet im Österreicher-Viertel in Pasing soll für Entspannung sorgen

Autos brausen mit zu hoher Geschwindigkeit durch die schmale Straße oder sie fahren auf dem Gehweg. Das Problem: Zwei entgegenkommende Fahrzeuge kommen wegen der zahlreichen am Straßenrand geparkten Autos nicht aneinander vorbei. Ausweichstellen, die normalerweise vor Einfahrten entstehen, fehlen an der Pörtschacher Straße, denn die meisten der Reihenhäuser haben keine Garagen oder Carports.

Eigentlich sollte das kein Problem sein, denn die Pörtschacher Straße ist nur eine kleine Anwohnerstraße. Doch in den vergangenen Jahren habe sich die Situation massiv zugespitzt. „Die Betriebe des benachbarten Gewerbegebiets haben für ihre Mitarbeiter und Kunden keine ausreichenden Parkmöglichkeiten. Deshalb wird unser kleines Wohngebiet dafür rege genutzt“, kritisiert Anwohnerin Beate Wieja.

Die Folge: Die Anwohner finden keine Parkplätze mehr und die Straße ist auf einer Seite durchgehend zugeparkt. „Viele Fahrer geben Gas, damit sie durchfahren können, bevor Gegenverkehr kommt“, so Wieja weiter. Außerdem habe der Verkehr erheblich zugenommen. „Die Pörtschacher Straße ist die erste Pa­rallelstraße zur Landsberger Straße und wird daher von vielen als Schleichweg genutzt. Es kommt ein Auto nach dem anderen.“ Gleichzeit wohnten dort viele Kinder, die draußen gemeinsam spielten und sich gegenseitig besuchten.

Regelmäßig wird es auf der Pörtschacher Straße in Pasing eng und die Autos fahren über den Gehweg.

Drei Vorschläge der Bewohner des Österreicher-Viertels

Eltern und Anwohner sind besorgt, dass wegen der chaotischen Verhältnisse bald ein Kind angefahren wird. Sie haben deshalb einige Vorschläge erarbeitet, wie sich die Situation entspannen könnte. Eine Idee ist, dass das Österreicher-Viertel ein Parklizenzgebiet wird, in dem nur Anwohner parken dürfen. „Nachdem die restlichen Straßen des Viertels ebenfalls an Parkplatzmangel leiden, halten wir es für unabdingbar, ein Gesamtkonzept zu entwickeln“, schreiben die Anwohner in einem Antrag an den Bezirksausschuss. Andere Pasinger wiederum wehren sich gegen ein Parklizenzgebiet.

Weitere Möglichkeiten könnten ein Einbahnstraßensystem oder ein Quartiersparkhaus auf dem Lidl-Gelände an der Landsberger Straße sein. „Man muss kreative Lösungen finden und Mobilität neu denken. Wir sind offen für alles – Hauptsache es passiert etwas“, sagt Wieja. Der Bezirksausschuss, der generell mit der Verkehrsplanung in Pasing unzufrieden ist, will in den Fraktionen über die Vorschläge beraten.

Mobilitätsreferat bremst Erwartungen der Anwohner des Österreicher-Viertels

Das Mobiltätsreferat der Stadt verweist darauf, dass es für ein Parklizenzgebiet enge rechtliche Grenzen gebe. Es sei nur dort zulässig, wo Anwohner keine Möglichkeit haben, „in ortsüblich fußläufig zumutbarer Entfernung von ihrer Wohnung einen Stellplatz für ihr Kraftfahrzeug zu finden“. Ob das rund um die Pörtschacher Straße der Fall sei, will das Referat überprüfen.

Ein Einbahnstraßensystem sei dagegen keine Option: Einbahnstraßen hätten „negative verkehrliche Effekte“ wie zu hohes Tempo, Umwege und Verlagerung des Verkehrs in andere Straßen. Ein Quartiersparkhaus auf dem Lidl-Gelände sei nicht möglich, weil der Stadt das Grundstück nicht zur Verfügung stehe.

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