Areal am Aubinger Bahnhof

Aubing: Kampf für Erhalt des Reitstalls an der Ubostraße

Die Nutzer des Reitstalls Aubing fordern, dass die Erweiterung des THW an der Ubostraße nicht zu ihren Lasten geht.
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Die Nutzer des Reitstalls Aubing fordern, dass die Erweiterung des THW an der Ubostraße nicht zu ihren Lasten geht.

Die Stadt München will an der Ubostraße das Technische Hilfswerk (THW) zulasten des Reitstalls Aubing erweitern. Die Reiter haben daher eine Petition gestartet

  • Besucher des Reitstalls Aubing an der Ubostraße starten Petition
  • Pläne sehen Ausweitung des THW zulasten der Reiter vor
  • Stadt München nimmt Stellung
  • Jugend des THW will auf sich aufmerksam machen

München-Aubing - Das Entsetzen im Reitstall Aubing an der Ubostraße ist groß. Die Stadt will das Areal an der Ubostraße 7 und 9 umgestalten und nach zwei Plänen, die derzeit der Lokalbaukommission zur Prüfung vorliegen, scheint der Stall keine Zukunft zu haben. „Bei einer Variante sind wir überhaupt nicht eingeplant. Bei der anderen haben wir viel zu wenige Außenflächen, um die Tiere artgerecht zu halten“, sagt Sabrina Gotsch. Die Aubingerin hat selbst ein Pony an der Ubostraße stehen und gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen, die dort reiten, eine Petition zum Erhalt des Reitstalls Aubing gestartet. Mehr als 2700 Menschen haben bereits unterschrieben.

Erste Pläne für Ubostraße: Reitstall Aubing muss für THW weichen

Derzeit hat der Reitstall Aubing drei Koppeln, zwei Ausläufe und zwei Reitplätze für 17 Pferde und Ponys. Nach den Plänen, die überhaupt noch einen Stall vorsehen, würden die Außenflächen mehr als halbiert. Es soll nur noch eine Koppel, einen Auslauf und einen Reitplatz geben. Stattdessen soll das Technische Hilfswerk (THW) erweitert werden (Hallo berichtete). Das würde allerdings das Ende für den Stall bedeuten. „Es würde für uns nicht funktionieren. Aber wir gehören nach Aubing und tragen enorm viel zum gesellschaftlichen und kulturellen Leben bei“, sagt Gotsch. So beteilige man sich beim Martinsfest von St. Quirin oder dem Höfefest.

Der Stall kooperiere zudem mit Schulen und Kindertagesstätten. „Wir wollen den Kindern das Pferd nicht nur als Reit-, sondern auch als Sozialpartner näherbringen.“ Darüber hinaus beteiligt sich der Stall am Münchner Ferienpass, sodass Kinder und Jugendliche zu ermäßigten Preisen reiten können. 100 Kinder aus dem gesamten Münchner Raum seien in den Ferien zu Gast. Deshalb sei es wichtig, dass der Reitstall öffentlich gut erreichbar ist.

Reitstall Aubing an der Ubostraße für viele ein zweites Zuhause

Auch Jana Auhorn ist vor acht Jahren durch den Ferienpass an den Stall gekommen. „Ich wollte immer reiten, aber es war zu teuer“, sagt sie. Durch den Ferienpass hatte sie die Gelegenheit reinzuschnuppern und ist geblieben. Sie finanziert seitdem das Reiten durch Hilfe im Stall. „Für viele Kinder und Jugendliche ist es mehr als nur ein Reitstall. Es ist ihre zweite Heimat“, sagt Gotsch.

Das bestätigt die 16-jährige Veronika: „Ich bin schon mein ganzes Leben am Stall. Als ich im Kindergarten war, habe ich angefangen, zu voltigieren. Seit dem Grundschulalter nehme ich Reitunterricht.“ Weil es vielen so geht, ist die Idee entstanden, eine Petition zu starten. „Wir sind übergangen worden. Deshalb fordern wir, dass auch unsere Bedürfnisse berücksichtigt und die Pläne überarbeitet werden“, sagt Gotsch.

Planungsreferat München bestreitet Vorentscheidung für THW

Das zuständige Planungsreferat versicherte bei einer Sitzung des BA, dass noch keine Entscheidung gefallen sei. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, sagte Kerstin Oertel. Bei den Plänen handle es sich um eine Bauvoranfrage. „Wir wollen nur prüfen lassen, was überhaupt möglich ist.“ Anschließend wolle man mit allen Nutzern sprechen. „Wir lassen niemanden außen vor.“ Zudem will die Stadt ein Format erarbeiten, durch das sich alle Aubinger beteiligen können. Erst dann werde es einen Wettbewerb zur Umgestaltung des Areals an der Ubostraße geben.

Das sagt die Jugend des THW

Vor der jüngsten BA-Sitzung standen rund 20 Jugendliche des Technischen Hilfswerks (THWAubing mit großen Plakaten vor dem Sitzungssaal. „Wir wollen nur in Erinnerung rufen, dass es auch uns gibt“, sagt Elisabeth Schreier. Beim Streit um die Fläche an der Ubostraße 7 und 9 kommt immer wieder der Vorwurf, dass eine Erweiterung des THW eine rein technische Lösung sei. „In der Diskussion geht unter, dass auch das THW Jugendarbeit macht.“

Die Abteilung München-West gehörten derzeit 40 Jugendliche an. Das sei eine sehr gute Zahl. Die Arbeit für das THW fördere ein besseres Verständnis für Technik und Physik. Jugendliche könnten sich handwerklich ausprobieren. Außerdem erhöhe die Teilnahme die Sozialkompetenz. „THW ist Teamwork. Du musst zusammenarbeiten, sonst funktioniert es nicht“, sagt Schreier.  

Andreas Schwarzbauer

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