Plage in Pasing

Tierschützer fordern Taubenschlag am Bahnhof

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Dreck und Federn, wohin man schaut: Am Pasinger Bahnhof herrscht seit langem eine Taubenplage. Um das Problem in den Griff zu bekommen, fordert der Münchner Tierschutzverein jetzt einen Taubenschlag. Was Stadt und Bahn dazu sagen, lesen Sie hier.

Am Pasinger Bahnhof machen Tauben ständig die Flatter und lassen Federn – aber buchstäblich und nicht im übertragenen Sinne, wie es viele Menschen gern hätten, die sich von ihnen belästigt fühlen. Damit diese Störungen nachlassen, fordert der Münchner Tierschutzverein nun den Bau eines Taubenschlags am Pasinger Bahnhof. 

Judith Brettmeister vom Tierschutzverein zeigt Plastik-Eier, wie die Tauben vom Pasinger Bahnhof sie künftig bebrüten sollen.

„Denn das Tauben-Problem ist am Pasinger Bahnhof wegen all der Imbisse, die es dort gibt, seit langem enorm, dort leben Hunderte der Tiere“, sagt Judith Brettmeister, Sprecherin des Vereins. Der Schlag, den sie sich wünscht, soll nach dem „Augsburger Modell“ funktionieren. „Dabei werden die Tauben mit Futter in den Schlag gelockt. Darin werden regelmäßig die meisten echten Eier gegen falsche ausgetauscht, um die Fortpflanzung zu kontrollieren.“ Die Stadt habe 2012 beschlossen, dieses Modell zu unterstützen.

Und in der Tat gibt es von öffentlicher Seite Schützenhilfe für Brettmeisters Forderung. So sagt Romanus Scholz, der Vorsitzende des Bezirks­ausschusses Pasing-Obermenzing (Grüne): „Die Idee mit dem Taubenschlag finde ich sehr gut; sie ist bekanntermaßen die einzige sinnvolle Möglichkeit, eine Taubenplage in den Griff zu bekommen.“ Martina Weinzierl, Sprecherin des Umweltreferates, pflichtet ihm bei: „Wir halten das Modell für erfolgversprechend und praktizieren es an zwei Stellen in der Stadt selbst. Deshalb halten wir es auch in Pasing für sinnvoll.“

Allein: Die Bahn winkt ab. „Wir haben seit mehreren Jahren am Hauptbahnhof ein Taubenhaus“, sagt Sprecher Franz Lindemair. „Leider sind die Erfahrungen nicht zufriedenstellend. Denn die Tauben brüten nicht dort, sondern nach wie vor an anderen Stellen des Bahnhofs. Daher sind die Verunreinigungen nicht nennenswert zurückgegangen.“ Vom Sinn eines Taubenhauses am Pasinger Bahnhof sei man daher nicht überzeugt.

Das wiederum überzeugt die Stadt nicht. „Wir führen noch Gespräche mit der Bahn“, kündigt Martina Weinzierl an. Und zur Not müsse man prüfen, ob am Pasinger Bahnhof ein Taubenschlag auf Stadtgrund entstehen könne. Christopher Beschnitt

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