Verkehr

Pasinger Taxler wollen nachts auf Ladezonen parken

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Diese Ladezonen sind nachts verwaist. Hier wollen die Taxifahrer warten, bis sie am Stand nachrücken können.

Nach dem Unmut über den Taxi-Stand vorm Pasinger Bahnhof machten die Fahrer einen ungewöhnlichen Vorschlag

Ein nächtliches Taxi-Chaos am Pasinger Bahnhof hatte der Bezirksausschuss im Juli beklagt. Einige Stadtteilpolitiker deuteten sogar an, dass der Taxi-Stand wieder weichen müsse, wenn die Fahrer mit ihren Fahrzeugen weiterhin Geh- und Fahrradwege blockierten. Nun nahmen die Taxler im Bezirksausschuss zu den Vorwürfen Stellung und machten einen ungewöhnlichen Vorschlag. 

Versöhnliche Töne für die Taxi-Fahrer am Pasinger Bahnhof

Roland Rippel, Sprecher der Pasinger Taxler, hatte eine Kampfrede vorbereitet. Doch bevor er sich zu Wort meldete, kamen aus dem Bezirksausschuss versöhnliche Töne. Christian Müller (SPD) versicherte, dass die Beschwerde seiner Partei nur als Appell gedacht war, weil die Verkehrssituation in Pasing so schwierig sei. Klemens Bezdeka (FDP) fand sogar, dass hier ein Problem hochgekocht werde, das nicht existiere. „In 90 bis 95 Prozent der Zeit funktioniert es gut“, sagte er. 

Doch sogar Rippe räumte ein, dass es in der Nacht schwierig sei: „Ab einer gewissen Uhrzeit wächst der Bedarf stark. Jede S-Bahn spuckt 20 Fahrgäste aus, die ein Taxi brauchen. Dann kann man mit dieser Taxispur für sieben Fahrzeuge nicht vernünftig arbeiten.“ Er schlug daher vor, die Stadt sollte den Taxlern erlauben, auf den Ladezonen auf dem Gehweg an der Bäckerstraße zu warten, bis sie nachrücken könnten. 

Bezirksausschuss überzeugt Vorschlag der Taxler nicht

Müller hielt das allerdings nicht für sinnvoll. Es sei absehbar, dass dann auch andere Autofahrer dort parken würden. Müller brachte den Pasinger Marienplatz als Wartezone ins Spiel. Sven Wackermann (CSU) wiederum wollte die Taxifahrer nicht aus ihrer Verantwortung entlassen. Er sagte: „Das ist eine Problematik, die Sie lösen müssen, sonst wird der Stand wieder in die Diskussion kommen.“ Auch Maria Osterhuber-Völkl (CSU) sagt: „Die Disziplin hat nachgelassen und einige Dinge sind wieder etwas eingerissen.“ Das müsse sich ändern. Roland Schichtel (CSU) erkundigte sich, warum die Taxler ihre Kollegen nicht über Funk informierten, wenn ein Platz vor dem Bahnhof frei wird. 

Bitte um faire Chance für Nachtfahrer

Reinhard Zielinski von der Genossenschaft der Münchner Taxiunternehmen entgegnete, dass nachts viele Fahrer unterwegs seien, die kein Mitglied in der Genossenschaft seien. Diese seien nicht an den Funk angebunden. Daher sollten Taxis, die nachrücken, in Sichtweite sein. „In der Nacht würden wir auf den Ladezonen nicht stören und es gäbe weniger Verkehr und Durcheinander.“ Auch Rippel bat: „Irgendwie müssen wir den Nachtfahrern eine faire Chance geben, dass sie nachrücken können.“ Der Bezirksausschuss will nun in den Fraktionen darüber diskutieren, die Ladezonen nachts freizugeben. „Vielleicht kommen wir dabei auch auf einen anderen Bereich, den wir umfunktionieren können“, meinte Wackermann. Andreas Schwarzbauer

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