Pasinger Geschäftsleute schlagen Alarm

Taubenplage am Viertel-Bahnhof

+
Geschäftsleute in Pasing beschweren sich über Taubenplage am Bahnhof.

Taubenkot an Treppenaufgängen, Nester auf Lampenschirmen: „Die Taubenplage am Pasinger Bahnhof ist unerträglich“, sagt Momo Gheitanj, Geschäftsführer eines Cafés im Gebäude. Welche Lösungsvorschläge der Stadt für die Taubenplage vorschweben

Hilflos am Bahnhof: Café-Chef Momo Gheitanj hat Sonnenschirme gegen den vom Dach fallenden Taubendreck aufgestellt.

Letztens, beim Fußballschauen, ist ein Küken aus einem Nest gefallen. „Es war sofort tot“, sagt Momo Gheitanj, Geschäftsführer eines Cafés am Pasinger Bahnhof. „Unappetitlicher ist es, wenn Taubendreck in den Getränken unserer Kunden landet. Deshalb haben wir jetzt rote Sonnenschirme aufgestellt.“ Für die Gewerbetreibenden im und um das Gebäude herum werden die Vögel zur Plage. Aus diesem Grund haben sie sich hilfesuchend an den örtlichen Bezirksausschuss (BA) gewandt.

In einem Protestbrief an das Gremium schreibt beispielsweise die Besitzerin einer Apotheke: „Die Population, die sich auf unserem Haus aufhält, ist deutlich gewachsen. Letztes Jahr haben wir unsere Fassade aufwendig und teuer erneuert.“ Das sehe jetzt nicht mehr danach aus. Denise Luther, Geschäftsführerin einer Bäckerei, und Kai Leistner, Regionalleiter eines Lebensmittelladens, regen sich darüber auf, dass die Tiere sogar in ihr Bahnhofs-Geschäft reinkommen. „Die Kunden beschweren sich und wir müssen ständig putzen“, sagt Luther. Leistner hat jetzt sogar Plastikkrähen im Laden aufgehängt – ohne Erfolg! Über die Falkenschreie, die die Deutsche Bahn (DB) zur Vergrämung der Tiere seit zwei Jahren über Lautsprecher ertönen lässt, können sie nur müde lächeln.

„Ich habe der Bahn von Anfang an gesagt, dass das nichts bringt“, sagt Stadtjäger und Falkner Wolfgang Schreyer. „Wenn der Vogel, der da schreit, nie auftaucht, dann versteht die Taube auch, dass das nicht gefährlich ist.“ Die Leute sollen einfach aufhören, die Tiere zu füttern, dann gebe es keine Plage.

Das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU), an das der BA den Protestbrief weitergeleitet hat, sieht das Problem ähnlich. „In München ist Füttern verboten. Wer es doch tut und erwischt wird, kann mit einem Bußgeld rechnen“, sagt Dr. Alois Maderspacher, Sprecher des RGUs. Eine Lösung wäre die Aufstellung eines Taubenhauses. „Dort lassen sich die Tauben nieder und wir können ihre Population kontrollieren“, erklärt Maderspacher.

Die DB hält an ihrer Beschallung fest. „Diese Methode stellt zwar kein Allheilmittel gegen die Taubenbelästigung dar, sie schreckt aber offensichtlich einige Tauben ab“, erklärt ein Sprecher des Unternehmens. Versuche hätten gezeigt, dass mit den Schreien die Taubenzahl geringer sei, als ohne. Die Geschäftsleute sehen das anders. „Es ist ein Problem“, sagt auch BA-Chef Romanus Scholz (Grüne). „Vielleicht findet sich ja ein Anwohner, der bei sich ein Taubenhaus aufstellt.“

Marie-Anne Hollenz

Taubenplage am Bahnhof

So verdrecken die Tauben den Bahnhof.
Verdrecktes Schild © Marie-Anne Hollenz
So verdrecken die Tauben den Bahnhof.
Plastik-Krähen sollen Tauben am reinkommen in den Laden hindern. © Marie-Anne Hollenz
So verdrecken die Tauben den Bahnhof.
Hilflos am Bahnhof: Café-Chef Momo Gheitanj hat Sonnenschirme gegen den vom Dach fallenden Taubendreck aufgestellt. © Marie-Anne Hollenz
So verdrecken die Tauben den Bahnhof.
Geländer mit Taubendreck © Marie-Anne Hollenz
So verdrecken die Tauben den Bahnhof.
 © Marie-Anne Hollenz

Auch interessant:

Meistgelesen

Krach um Panzerteststrecke – Antrag von Krauss-Maffei Wegmann löst Proteste aus
Krach um Panzerteststrecke – Antrag von Krauss-Maffei Wegmann löst Proteste aus
Platz der Freiheit: BA-Mehrheit jetzt für Denkmal-Erhalt
Platz der Freiheit: BA-Mehrheit jetzt für Denkmal-Erhalt
Schein-Sicherheit? –Grundschüler stellen Warnhinweise für Autofahrer auf
Schein-Sicherheit? –Grundschüler stellen Warnhinweise für Autofahrer auf
Pilotprojekt am Hirschgarten: Aus Tempo-30 soll die erste Fahrradzone in München werden
Pilotprojekt am Hirschgarten: Aus Tempo-30 soll die erste Fahrradzone in München werden

Kommentare