Statt 20 000 sollen nun 25 000 Menschen in den Stadtteil ziehen

Freiham explodiert

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Die Stadt hat die künftige Einwohnerzahl für Freiham deutlich nach oben korrigiert. Statt 20 000 sollen nun 25 000 Menschen in den geplanten neuen Stadtteil im Münchner Westen ziehen. Welche Herausforderungen das mit sich bringt, schildern Bezirksausschuss-Chef Sebastian Kriesel und Baudirektor Steffen Kercher.

„Das ist ein Kracher“, findet Sebastian Kriesel (CSU). Der Chef des Bezirksausschusses (BA) Aubing-Lochhausen-Langwied meint eine aktuelle Entscheidung der Stadt. Diese plant den neuen Stadtteil Freiham jetzt deutlich größer als bislang: 10 000 statt bloß 8000 Wohnungen soll es dort nun künftig geben und dadurch 25 000 statt 20 000 Menschen – gleich mal ein Viertel mehr also.

Baudirektor Steffen Kercher erklärt den Grund dafür: „Der Siedlungsdruck ist in München einfach da. Bis 2030 werden eine Viertelmillion weitere Menschen in der Stadt wohnen – darauf müssen wir reagieren.“ Kercher glaubt, dass das Wachstum gut zu bewältigen ist, und erklärt, welche Einrichtungen es dafür braucht: „In Neubaugebieten gibt’s immer viele Familien mit Kindern. Wir planen daher nun mit neun zusätzlichen Kindertagesstätten, zwei zusätzlichen Grundschulen und einer zusätzlichen Mittelschule.“

Ein anderes wichtiges Thema bei der Freiham-Konzeption ist der Verkehr. BA-Boss Kriesel hält für den Stadtwesten so wichtige Routen wie die S4 und die Bodenseestraße schon heute für „mehr als ausgelastet“. Zudem bleibe die Frage, wie Freiham und Aubing verbunden würden. „Im nächsten Frühjahr wird es deshalb eine Diskussionsveranstaltung für die Bürger zu dem Thema geben, dann wird uns auch ein entsprechendes Verkehrsgutachten vorliegen“, kündigt Baudirektor Kercher an. 

BA-Chef Sebastian Kriesel und Baudirektor Steffen Kercher (rechts) zeigen ein Modell Freihams. Die Gebäude-Klötze, die sie in den Händen halten, stehen für die Wohnungen, die der neue Stadtteil nun zusätzlich bekommen soll.

Bereits jetzt ist unterdessen klar, dass Freiham in Sachen Verkehr bei Weitem nicht nur aufs Auto setzt. Kercher verrät: „Zum ersten Mal überhaupt in München wird es dort eine Fahrradstraße geben, die für Autos komplett gesperrt ist.“ Der BA-Vorsitzende Kriesel begrüßt diesen Ansatz: „Denn noch finden in unserem Bezirk 54 Prozent aller Bewegungen mit dem Wagen statt. Das ist einer der höchsten Werte in ganz München. Daher ist es gut, dahingehend einen größeren Mix zu forcieren.“

Der Wohnstandort Freiham entsteht nun in zwei Realisierungsabschnitten. Der erste mit gut 4000 Wohnungen soll bis 2024 fertig sein. Der zweite steht noch vor seiner Rahmenplanung. Christopher Beschnitt

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