Ein Neurieder lässt die Spiele beginnen

Tobias Kuner aus Neuried organisiert Eröffnungs- und Abschlussfeier bei den Special Olympics

Tobias Kuner (Foto re., 2. v. re.) mit seinem Team für die Special Olympics.
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Tobias Kuner (Foto re., 2. v. re.) mit seinem Team für die Special Olympics.
Ausführlich proben die Techniker die Eröffnungsshow
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Ausführlich proben die Techniker die Eröffnungsshow
Ausführlich proben die Techniker die Eröffnungsshow
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Ausführlich proben die Techniker die Eröffnungsshow

Der 48-Jährige Tobias Kuner hat die Eröffnungsshow der Winterspiele für Menschen mit einer geistigen Behinderung organisiert.

15 000 Menschen im Stadion im österreichischen Schladming sind Zeugen einer verkehrten Welt: Menschen mit geistiger Behinderung sind die Normalen, Nichtbehinderte dagegen sind die Fremden und Unbekannten. Diese Geschichte erzählt die Eröffnungsshow der Special Olympics World Winter Games. Entwickelt wurde sie von dem Neurieder Tobias Kuner (48).

Die Hauptrolle in der Show spielt Maria Naber, eine Tänzerin mit Down-Syndrom. „Sie hilft den Menschen ohne Behinderung, sich aufs Unbekannte einzulassen und sich auf die neue Welt zuzubewegen“, sagt Kuner. Fast genau zwei Jahre lang hat er die Show geplant, die am Freitag, 24. März, bei der Abschlussfeier der olympischen Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung fortgesetzt wird.

Im Spätherbst 2014 hat Kuner beschlossen, sich für die Organisation der Feiern zu bewerben. Zuvor hatte er unter anderem bereits die Eröffnung der Alpinen Skiweltmeisterschaft 2001 in St. Anton inszeniert. Mit seinem Konzept überzeugte er die Verantwortlichen der Special Olympics. „Am 17. März 2015 haben wir den Zuschlag erhalten und uns gegen acht Mitbewerber aus Österreich durchgesetzt“, erinnert sich der Neurieder. Und damit fing die Arbeit so richtig an. Jede Menge Herzblut hat er investiert, sagt der 48-Jährige.

„Wir entwarfen Licht- und Tondesign, legten die Kamerastellplätze fest und mussten auch die Künstler selbst buchen“, berichtet Kuner. Unter anderem gewann er Helene Fischer für die Show. Er konnte die deutsche Schlagersängerin sogar überreden, bei der Show auf Englisch zu singen: „Fighter“ hieß der Song, den Fischer bei der Eröffnung vortrug.

Noch immer steckt Kuner mit seinem Team bis zum Hals in Arbeit. Denn derzeit organisiert er die Abschlussfeier in Graz. Die olympische Flamme wird dabei eine große Rolle spielen. „Sie wird zwar erlöschen, aber wir lassen sie symbolisch für die Inklusion weiterbrennen“, sagt der Neurieder.
Andreas Daschner

2700 Sportler aus 107 Ländern: Das sind die Special Olympics

„Special Olympics International“ wurde 1968 von Eunice Kennedy Shriver gegründet. Als größte internationale Sportbewegung für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung bietet Special Olympics weltweit für mehr als 4,2 Millionen Athleten ab acht Jahren in 170 Ländern ganzjährige Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten in 32 verschiedenen olympischen Sportarten an. Diese Sportarten und ihr Regelwerk sind so gestaltet, dass möglichst viele Menschen mit intellektueller Behinderung daran teilnehmen und sich ihrer Behinderung entsprechend mit annähernd gleich starken Sportlern messen können. Bei den World Winter Games 2017 im österreichischen Schladming nehmen rund 2700 Sportler mit geistiger Behinderung aus 107 Ländern teil.ad

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