Nachbar klagt über Ruhestörungen: Verein weist Vorwürfe zurück ­­– Kulturreferat sucht Lösung

Krach um Partys im Zehentstadel

Der Zehentstadel in Obermenzing

Nachbarschafts-Zwists im Zehentstadel! Es geht um Störungen der Nachtruhe. Die Fronten sind verhärtet. Ihre Positionen, was die Polizei und das Kulturreferat zu dem Streit sagen, lesen Sie hier.

Es gibt Streit um die Nutzung des Obermenzinger Zehentstadels. Anwohner Ralph Kirch (52, Foto re.) klagt über nächtliche Ruhestörungen bei vielen Veranstaltungen. Er wirft der Interessengemeinschaft Zehentstadel vor, Vereinbarungen nicht einzuhalten oder nicht für deren Einhaltung zu sorgen, insbesondere, wenn private Mieter den Stadel für Feste und Feiern nutzen. „Selbst wenn um 22 Uhr die Musik aus ist, gehen die Partys noch weiter. Da kümmert sich keiner drum.“

Anwohner Ralph Kirch (52)

Die Vorsitzende der Gemeinschaft, Christa Stock (67, kl. Foto re.), weist diese Vorwürfe zurück. Sie sagt: „Wir lassen alle Mieter unterschreiben, dass um 22 Uhr Ruhe sein muss und keine elektrischen Verstärker eingesetzt werden dürfen.“ Dennoch war die Polizei im Juli und August dreimal dort im Einsatz – teils auch tagsüber. Dazu trudelten zahlreiche Beschwerden bei Stock und Irina Grob (50, kl. Foto li.), die sich als Vereinskassier um die Vermietungen kümmert, ein – etliche davon ebenfalls nachmittags. „Nach 22 Uhr kann ich das nachvollziehen, vorher ist es nicht gerechtfertigt“, so Stock.

Irina Grob (50, li.) und Christa Stock (67, re.)

Die Fronten scheinen verhärtet, zumal diese Auseinandersetzung eine längere Vorgeschichte hat. Vor sechs Jahren hat der selbständige IT-Ingenieur seine Wohnung neben dem Zehentstadel bezogen. 2013 kam es zu Gesprächen zwischen der Interessengemeinschaft, die acht örtliche Vereine vertritt, und zwei Anwohnern. „Davor war eine private Feier wirklich aus dem Ruder gelaufen“, sagt Stock. Das Resultat war eine Zusatzvereinbarung für alle Nutzer, wonach elektrische Verstärker untersagt sind und um 22 Uhr Nachtruhe herrschen muss. „Das hat bis 2015 gewirkt. In diesem Jahr aber nicht“, sagt Kirch. „Ich erwarte nur, dass die 2013 vereinbarten Regelungen ohne Ausnahme konsequent umgesetzt werden.“ Gleichzeitig betont er: „Ich lebe sehr gerne hier im historischen Dorfzentrum. Wenn dazu eine Art Gemeindezentrum gehört, stört mich das gar nicht. Alle Arten von Traditionsveranstaltungen werden von mir ausdrücklich begrüßt.“

Stock sagt, sie unternehme bereits alles in ihrer Macht stehende, damit die Vorgaben eingehalten werden. Nächtliche Kontrollgänge gehörten aber nicht dazu. „Wir machen das alles ehrenamtlich“, so die Vereinsvorsitzende. Nach jetzigem Stand gibt es in diesem Jahr zwölf Veranstaltungen von privaten Nutzern sowie knapp zehn Vereinsveranstaltungen im Zehentstadel.

Das Kulturreferat weiß über den Konflikt Bescheid. Sprecher Max Leuprecht sagt: „Wir sind zusammen mit dem Kommunalreferat bestrebt, zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen.“ Die Regelungen seien klar. „Jetzt werden wir schauen, woran es krankt und an welchen Stellschrauben wir drehen können“, so Leuprecht. „Vielleicht ist die Situation auch schon so angespannt, dass man ein gemeinsames Gespräch führen sollte.“

Aus Sicht von Peter Löffelmann, Chef der Pasinger Polizei, ist die Situation mit drei Einsätzen in zwei Monaten „unauffällig“. Im Inspektionsgebiet kommt es pro Jahr zu rund 500 Einsätzen wegen Ruhestörungen, davon zwei Drittel im Sommer. Ursula Löschau

Auch interessant:

Meistgelesen

Wild-West-Verfolgungsjagd in München ‒ Polizei verfolgt entlaufenes Pferd
Wild-West-Verfolgungsjagd in München ‒ Polizei verfolgt entlaufenes Pferd
BA Pasing-Obermenzing lehnt geplantes Mehrfamilienhaus an der Chopinstraße ab
BA Pasing-Obermenzing lehnt geplantes Mehrfamilienhaus an der Chopinstraße ab

Kommentare