Informationsveranstaltung

Reitstall und THW sollen an der Ubostraße in Aubing bleiben

Die Nutzer des Reitstalls Aubing fordern, dass die Erweiterung des THW an der Ubostraße nicht zu ihren Lasten geht.
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Auch der Reitstall soll auf dem Areal an der Ubostraße bleiben, versprachen die Verantwortlichen des Planungsreferats.

Die Stadt München informiert über ihre Pläne für das Areal an der Ubostraße. Die Verantwortlichen nehmen Stellung zu Ensembleschutz, Baumfällungen und Seniorenwohnen

Aubing Eine ansprechende Architektur, Platz für alle Nutzer (Reitstall, Technisches Hilfswerk, Ubo9, Tenne, Feuerwehr), Erhalt der Bäume am Giglweg – das sagten die Verantwortlichen des Planungsreferats bei Informationsveranstaltung zum städtischen Areal an der Ubostraße 7 und 9 zu. Zwei Pläne, die der Lokalbaukommission zur Prüfung vorliegen, sorgten zuvor in Aubing für Aufregung.

Reitstall in Plänen zur Ubostraße unzureichend berücksichtigt

Ausgangslage: Der Reitstall, der sich ebenfalls auf dem städtischen Grundstück befindet, war darin gar nicht mehr beziehungsweise nur noch halb so groß berücksichtigt worden (Hallo berichtete). Stattdessen sollte ein Neubau unter anderem mit Garagen für das Technische Hilfswerk (THW) entstehen. Die Reiter bangten um die Existenz ihres Stalls und hatten eine Petition gestartet. Bürgervereinigung und Förderverein 1000 Jahre Aubing fürchteten Baumfällungen und eine Beeinträchtigung des geschützten Ensembles.

Die Stadt informierte nun per Online-Konferenz über ihre Pläne. Anstelle des Parkplatzes vor dem Gebäudekomplex soll ein attraktiver Dorfplatz mit Brunnen, Bänken und eventuell Freischankflächen entstehen. Zudem benötige das THW mehr Platz für seine Fahrzeuge, vernünftige Umkleiden und Sanitärbereiche. Um zu wissen, was auf dem Areal überhaupt gebaut werden darf, habe man zwei Bauvorbescheide eingereicht, sagt Andreas Kacinari vom Planungsreferat.

Belandwiese als Möglichkeit, THW und Reitstall zu erhalten

Die beiden Varianten: Die erste Variante sieht parallel zum Bestandsgebäude einen zweigeschossigen Neubau mit Tiefgarage vor. Für den Reitstall war an seinem derzeitigen Standort kein Platz mehr. „Es war aber immer eine Kompensation angedacht“, sagt Kacinari. Eine Möglichkeit sei die Verlegung nach Westen, wo derzeit noch zwei Wohnhäuser stehen. Die Belandwiese könne dann als Koppel genutzt werden. „Wir haben beim Freiflächenverein schon vorsichtig nachgefragt und eine gewisse Bereitschaft vorausgesetzt“, sagt Kacinaris Chefin Kerstin Oertel. „Ich bin sehr überrascht, dass die Hälfte des Reitstalls auf Fremdgrund angesiedelt wird. Außerdem wurde das Baurecht für den neuen Reitstall nicht im Vorbescheid abgefragt“, kritisierte BA-Mitglied Karin Binsteiner (Grüne). Oertel räumte ein, dass sie dies noch mit der Lokalbaukommission abklären müssten.

Bei der zweiten Variante liegt der Neubau des THW an der Georg-Böhmer-Straße. Der Reitstall kann an seinem ursprünglichen Standort bleiben. „Meine Fläche wäre dann um die Hälfte kleiner. Für die Pferdehaltung braucht man aber einfach eine gewisse Fläche“, kritisierte Betreiberin Andrea Dirndorfer.

Ensembleschutz und Erhalt wertvoller Bäume

Optische Gestaltung: In beiden Fällen sollen keine Wellblechgaragen für das THW entstehen. „Wir wollen eine ansprechende Architektur“, versichert Kacinari. Er kann sich beispielsweise einen Bau mit Holzverkleidung vorstellen. Auch ein Satteldach sei vorgesehen.

Baumfällungen: Bäume müssten zwar weichen, aber nur diejenigen an der Georg-Bäumer-Straße, die teilweise in den Zaun eingewachsen sind. „Der wertvolle Bestand am Giglweg war nie zur Disposition gestanden“, so Kacinari.

Weiteres Vorgehen: Kacinari und Ortel betonten mehrfach, dass die Grundlage ihrer Planung ein Stadtratsbeschluss sei, der vorsieht, dass alle Nutzer dort bleiben können. Auch die Regierung von Oberbayern, die Städtebaufördermittel zuschießt, lege darauf großen Wert. Es werde nun Gespräche mit den Nutzern, Kindern, Jugendlichen und Senioren aus dem Stadtbezirk geben, um ein Stimmungsbild zu bekommen. Außerdem soll es einen öffentlichen Bürgerdialog geben. Dann starte ein Architektenwettbewerb über die Gestaltung des Areals, erklärten Kacinari und Stadtteilmanager Daniel Genée den weiteren Ablauf.

Seniorenwohnungen auf dem Areal: „Es sind weitere Forderungen aufgetaucht. Ein Stadtratsantrag will Seniorenwohnen auf der Fläche prüfen lassen. Besteht dafür überhaupt eine Möglichkeit“, erkundigte sich BA-Chef Sebastian Kriesel (CSU). Das werde ebenfalls im Vorbescheid abgefragt, so Kacinari. Aber: „Es wäre aber immer zulasten einer Bestandsnutzung und würde zu einer Verdrängung führen.“

Aufteilung des THW als keine Option

Der Ortssprecher des THW München-West, Andreas Bieleck, schließt aus, dass das THW auf zwei Standorte aufgeteilt werden kann.

Aufteilung des THW: Siefried Liedl (Grüne) erkundigte sich, ob das THW seien Verwaltungsräume und seine Fahrzeuge auf verschiedene Standorte aufteilen könne. Die Garagen könnten im Industriegebiet Platz finden. Das sei nicht praktikabel, meinte der Ortsbeauftragte Andreas Bieleck. „Unsere Jugendlichen kommen um 19 Uhr, müssen sich umziehen, erhalten eine Theorieausbildung und üben dann mit den Fahrzeugen.“ Dafür jedes Mal den Standort zu wechseln, koste zu viel Zeit. Auch Einsätze mache eine Aufteilung unnötig kompliziert.

Klaus Bichlmayer vom Verein 100 Jahre Aubing konnte das nicht nachvollziehen. Er monierte zudem: „Für mich haben die Bedürfnisse des THW nicht ausreichendes Gewicht um eine so erhebliche Ausweitung zu rechtfertigen. Das wird der Forderung nach der Stärkung des Ortes nicht gerecht.“ Er kritisierte auch den geplanten Dorfplatz: „Ich halte es für gefährlich Mittel hineinzustecken, wenn es kein Konzept gibt, wie er genutzt werden soll.“ Er plädierte darüber hinaus dafür, unter dem Platz eine Tiefgarage zu schaffen. „Wir brauchen Parkplätze.“ Das sei schwierig, weil dann viel Platz für eine Rampe benötigt werde, meinte Kacinari.

Bahnhof Aubing: Jürgen Müller von der Bürgervereinigung konnte nicht nachvollziehen, warum die Umgestaltung des angrenzenden Aubinger Bahnhofs nicht in die Planungen miteinbezogen wird. Beispielsweise könnte man dort die zusätzliche Parkplätze für die Nutzer des Areals an der Ubostraße schaffen. Oertel entgegnete, dass der Bahnhof außerhalb des des Sanierungsgebiets liege und es somit dafür keine Städtebaufördermittel gebe. „Ich bin dafür nicht zuständig.“

Schon seit Jahren fordern die Aubinger, dass ihr Bahnhof barrierefrei ausgebaut wird.

Andreas Schwarzbauer

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