Neuer Vorschlag in Diskussion um Erdbeerwiese in Obermenzing

Eine Realschule fürs Westkreuz

Alexandra Myhsok und Andreas Bergmann (Grüne) können sich anstelle des Vereinsheims der TSG eine Realschule vorstellen.
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Alexandra Myhsok und Andreas Bergmann (Grüne) können sich anstelle des Vereinsheims der TSG eine Realschule vorstellen.
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Grüne schlagen Standort für Realschule auf dem Gelände der TSG Pasing am Westkreuz vor. Warum Sportverein und SPD dagegen sind, welche Vorteile die Befürworter sehen

Westkreuz - Der Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing wünscht sich eine Realschule mit Dreifachturnhalle am Westkreuz. Die beiden Gebäude könnten auf dem Gelände der TSG Pasing sowie in Stelzenbauweise über dem Park&Ride-Platz der S-Bahn-Station entstehen. Das haben die Grünen in einem Antrag in der jüngsten Sitzung des BA vorgeschlagen.

Standorte für Realschulen im Münchner Westen dringend gesucht

Im Münchner Westen werden dringend mehr Realschulplätze benötigt. Daher hatte die Stadt zunächst geplant, eine neue Schule auf der sogenannten Erdbeerwiese an der Bausewein­allee zu bauen. Nach Protesten ist nun im Gespräch, das Untermenzinger Gymnasium an den Dreilingsweg zu verlagern, um an dessen bisherigem Standort die benachbarte Realschule erweitern zu können. Für die Grünen ist das auch nicht die ideale Lösung, da am Dreilingsweg ein regionaler Grünzug weichen müsste.

„Wenn die Stadt eine Schule plant, hat sie immer das Problem, dass kein Platz vorhanden ist – außer auf der grünen Wiese“, sagt Andreas Bergmann (Grüne). Daher sei der Standort am Westkreuz, der mitten zwischen zwei Stadtbezirken liege, ideal. Zudem wäre die Schule durch zwei S-Bahn-Linien, mehrere Busse sowie künftig die U5 hervorragend angeschlossen. Die Grundstücke gehörten der Stadt. Weil sich dort bereits eine Sportanlage befinde, werde es auch keine Lärmschutz-Probleme geben. Des Weiteren wünsche sich die TSG Pasing seit Jahren eine Sporthalle. „Es ist eine Win-win-Situation: Pasing bekommt eine Realschule und die TSG eine Dreifach-Turnhalle“, sagt Bergmann.

Sportflächen der TSG Pasing sollen für Realschule nicht wegfallen

Auch CSU-Sprecher Sven Wackermann meinte bei der jüngsten BA-Sitzung: „Ich halte den Standort für ideal für eine Realschule.“ Es sei allerdings wichtig, dass durch die Neubauten keine Sportflächen der TSG Pasing wegfallen dürften. Weil die Grünen diese Forderung in ihren Antrag aufnahmen, stand für die CSU einer Zustimmung nichts mehr im Weg.

Scharfe Kritik kam dagegen von der SPD. Christian Müller meinte: „Ich finde es skandalös, wo man eine Schule hinsetzen will, nur um andere Plätze freizuhalten.“ Die Realschule könne aus Lärmschutzgründen auf keinen Fall auf den Park&Ride-Parkplatz gebaut werden. Deshalb werde der Sportplatz der TSG Pasing in Teilen wegfallen. „Wir haben doch schon jetzt Probleme, dass die Sportflächen nicht ausreichen“, kritisierte Müller.

So steht die TSG Pasing zu den Realschul-Plänen auf ihrem Gelände

Ähnliches befürchtet der Vorsitzende der TSG Pasing, Reiner Spengler, der sich klar gegen die Idee ausspricht: „Es ist nicht machbar, die Pläne umzusetzen, ohne dass Sportflächen wegfallen. Aber man kann unseren 2000 Mitgliedern doch nicht das Sportgelände wegnehmen.“

Über dem Park&Ride-Platz am S-Bahnhof Westkreuz könnte als Stelzenbau eine Turnhalle entstehen.

Bergmann widerspricht auf Hallo-Nachfrage: Er ist sich sicher: Die Schule könnte anstelle des Gebäudetrakts mit den Umkleiden und der Sportgaststätte sowie des Parkplatzes entstehen. Das Vereinsheim könnte man in den Neubau integrieren, die Stellplätze in einer Tiefgarage unterbringen. Die Sporthalle soll dann über dem Park&Ride-Parkplatz gebaut werden. „Wir wollen niemanden Sportflächen wegnehmen, sondern sogar welche dazugewinnen – nämlich in der Form der Dreifach-Turnhalle.“

Seine Kollegen bei der BA-Sitzung sahen das ähnlich und forderten gegen vier Stimmen der SPD, dass die Stadt die Pläne prüfen soll. Bergmann hält es zudem für sinnvoll, mit Vertretern des Vereins zu sprechen, um ihnen die Angst vor dem Wegfall ihrer Sportplätze zu nehmen.

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