Tätowierstudio in Pasing

Keiner sticht die Bilder schöner

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So sieht’s aus, wenn Melissa Flattinger bei der Arbeit ist: Hier sticht die 21-Jährige einer Kundin gerade ein Blumenmotiv in den Nacken. Dabei geht die Tätowierin hochkonzentriert vor – nicht mal ein kurzer Blick in die Kamera ist drin.

Eine Pasingerin ist Deutschlands beste Nachwuchs-Tätowiererin. Von welchen Motiven sie abrät, lesen Sie hier.

So einen Arbeitsplatz muss man mögen, jedenfalls, was die Geräuschkulisse betrifft. Die Rede ist vom „Corpsepainter“, einem Tätowierstudio in Pasing. Ununterbrochen wummert dort Black Metal aus den Boxen und ständig lässt hohes Sirren die Luft erzittern. Es stammt von den Nadeln zum Stechen der Tintenbilder. Eine, die diese Nadeln täglich in die Hand nimmt, ist Melissa Flattinger. Niemand beherrscht diese Arbeit besser als die 21 Jahre alte Pasingerin. 

Mit diesem „orientalischen Wolpertinger“ hat Melissa Flattinger sich den Titel der besten Nachwuchstätowiererin Deutschlands erkämpft. Das Motiv zeigt einen Katzenkopf mit Fledermausohren, einem Geweih und einem Schuppenhals.

Zumindest niemand, der höchstens drei Jahre Berufserfahrung hat. So lautet die Voraussetzung für die Teilnahme am Nachwuchs-Wettbewerb der „Tattoomenta“, einer Fachmesse in Kassel. Den Konkurrenzkampf für Tätowierer aus der Bundesrepublik, Österreich und der Schweiz veranstaltet jedes Jahr das Tätowier-Magazin, Deutschlands älteste Zeitschrift dieser Szene. Und gewonnen hat diesmal Melissa Flattinger – mit einem „orientalischen Wolpertinger“.

„Das ist ein Katzenkopf mit Reißzähnen, einem Geweih, Fledermausohren und einem Schuppenhals“, erklärt Flattinger. „Das Motto des Wettstreits lautete nämlich ‚Misch­wesen‘.“ Was ihr dabei so gut gelungen ist? „Die sauberen Linien und gleichmäßigen Schattierungen“, antwortet Flattinger. Generell müssten gute Tätowierer Verwischungen und Vernarbungen vermeiden und bräuchten ein gutes Zeichentalent. „Genauso wie die Fähigkeit, Motive an die jeweilige Körperstelle des Kunden anpassen zu können – und zwar so, dass das Tattoo durch passende Striche und Kontraste noch nach Jahren gut aussieht.“ Diese Herausforderungen seien es, die ihren Job so spannend machten. Doch nicht jede Herausforderung nimmt Flattinger an.

„Ich würde nie Nazi-Symbole tätowieren“, sagt sie. „An intimen Stellen arbeite ich auch nicht. Und wenn jemand noch kein Tattoo hat und dann gleich eins ins Gesicht haben will, kann er das auch vergessen. Außerdem rate ich immer von Trends ab wie aktuell dieser Unendlichkeitsschleife.“

Sie selbst trägt Mandalas auf den Oberarmen und Füßen. Flattinger sagt: „Da ist noch Luft nach oben.“ Wer weiß, vielleicht ja bis zu den Ohren. Die hören übrigens immer noch Black Metal und nun auch wieder dieses Sirren. Denn Deutschlands größtes Tattoo-Talent arbeitet wieder: an einer Rose auf der Schulter einer Kundin. Christopher Beschnitt

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