Auf den Spuren der Geschichte

Pasings kulturelles Erbe: Stelen sollen über bedeutende Orte informieren

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Die Mitglieder der Pasinger Geschichtswerkstatt um Bernd-Michael Schülke wollen einen Geschichtspfad für das Viertel konzipieren.

In vielen Städten können Bewohner und Touristen einen Ausflug in die Historie des Ortes machen. Doch in München fehlt bisher ein richtiger Geschichtspfad.  Das soll sich ändern.

Pasing – Pasing könnte einen Geschichtspfad bekommen. „Pasing hat eine Reihe interessanter historischer Einrichtungen und Gebäude und die wenigsten kennen ihre Bedeutung“, erklärt Bernd-Michael Schülke. Er, Bernhard Schoßig und Peter Pich von der Geschichtswerkstatt „Institut für zukunftsweisende Geschichte“ haben deshalb ein Konzept erarbeitet.

Stelen wie auf dem Geschichtspfad auf der Berliner Halbinsel Stralau kann sich Bernd-Michael Schülke auch für Pasing vorstellen.

Sie wollen an zwölf bis 15 Stationen Tafeln mit Bildern und kurzen Informationen über den jeweiligen Ort aufstellen. Am Bahnhofsvorplatz könnten die Passanten so etwas über die Bedeutung der Eisenbahn für das Viertel erfahren. Am Rathaus wiederum könnten sie über die Geschichte der NSDAP in Pasing und die Eingemeindung aufgeklärt werden.

Sinnvoll wäre für Schülke zudem ein kleiner Stadtplan auf jeder Tafel, der alle Stationen zeigt. „Einige Menschen kommen vielleicht durch Zufall an den Stelen an prominenten Orten wie dem Marienplatz oder dem Bahnhof vorbei. Wenn sie neugierig werden, sehen sie auf der Karte, wo die anderen Orte sind“, sagt Schülke. So sei es ihm in Berlin auf der Halbinsel Stralau gegangen. Durch Zufall stieß es auf eine Tafel und besuchte daraufhin alle 18 Stationen des Geschichtspfads.

Zahlreiche historische Orte sind den Bewohnern zwar bekannt, welche Geschichte sich dahinter verbirgt, verbleibt jedoch oft im Dunklen.

Der Geschichtspfad sei nicht nur ein Angebot für Touristen, sondern könnte auch für die Bewohner Pasings identitätsstiftend sein. „Es ist fast eine Notwendigkeit, den Menschen zu zeigen, wo sie wohnen.“ Deshalb gebe es in fast allen anderen Städten bereits solche Geschichtspfade. „Aber in München fehlt das bisher“, so Schülke.

Zwar biete die Stadt einen Kulturpfad an. Im Rahmen dessen befinden sich an wichtigen Orten schwarze Plaketten mit einer Zahl. Interessierte Münchner können dann die Nummer in einer Broschüre suchen und dort die entsprechenden Informationen nachlesen. 

Das Problem: „Vor Ort sieht man nichts und die Hefte kennt kein Mensch.“ Somit sei der Geschichtspfad etwas völlig anderes. Das sieht auch der Pasinger Bezirksausschuss so. Er sprach sich einstimmig dafür aus, das Projekt zu unterstützen. 

Nun stehen für Schülke und seine Mitstreiter Gespräche mit dem Kulturreferat an, um die Erfolgsaussichten auszuloten.

Andreas Schwarzbauer

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Kultur-Geschichtspfade in München

Kulturgeschichtspfade führen zu bedeutenden Bauwerken, geschichtsträchtigen Plätzen und Wohnungen oder Wirkungsstätten bemerkenswerter Persönlichkeiten. 

In München gibt es bereits die Kultur-Geschichtspfade. Sie sind nach Stadtbezirken gegliedert und sollen zu einem flächendeckenden Netzwerk der Geschichte Münchens ausgebaut werden. Sie führen zu bedeutenden Bauwerken, geschichtsträchtigen Plätzen und Wohnungen oder Wirkungsstätten bemerkenswerter Persönlichkeiten. 

Vor Ort weisen Orientierungstafeln den jeweiligen Pfad und die betreffende Einzelstation aus. Die dazugehörigen Informationen finden sich in einer Broschüre, die es am Infopoint Museen & Schlösser im Alten Hof oder im Internet unter www.muenchen.de gibt. 

Eines der bedeutenden Gebäude auf der Liste: Die Kirche Maria Schultz.

In Aubing beispielsweise führt die Route vom alten Schulhaus und der Pfarrkirche im Ortskern über den Wasserturm zu den ehemaligen Eisenbahnersiedlungen. In Pasing gibt es bisher keinen Pfad.

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