Anreize für junge Menschen schaffen

Ehrenamt: Wird Engagement von Jugendlichen künftig durch Bewertungssystem gefördert?

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Klima- und Umweltschutz, beispielsweise für den Bund Naturschutz, stehen hoch im Kurs.

Zwar sind im Raum München bereits zahlreiche Jugendliche ehrenamtlich aktiv, die Zahl ließe sich aber laut der SPD-Fraktion im BA noch steigert. Wie die Antragssteller dieses Ziel erreichen wollen...

Pasing – Jugendliche aus Pasing und Obermenzing sollen für ihr ehrenamtliches Engagement eine Anerkennung bekommen. Das wünscht sich die SPD-Fraktion des örtlichen Bezirksausschusses. Anhand eines Punktesystems sollen Gelder aus dem Stadtbezirksbudget dafür vergeben werden.

„Wir haben zwar viele junge Menschen, die sich engagieren, aber es könnten schon etwas mehr sein“, sagt Antragsstellerin Franziska Messerschmidt. Deshalb will sie Jugendlichen einen Anreiz geben. 

„Sie bekommen aber keine zehn Euro auf die Hand“, sagt SPD-Sprecherin Constanze Söllner-Schaar. Stattdessen soll es Kinokarten oder einen Museumsbesuch geben. „Es geht primär darum, dass sie eine Belohnung in Form einer gemeinschaftlichen Aktion bekommen.“

Außerdem könnten die Jugendlichen Gelder bekommen, um ein Vorhaben umzusetzen. Beispielsweise könnte der Bezirks­ausschuss für eine Veranstaltung zum Thema Klimaschutz einen Experten, der dort eine Rede hält, bezahlen, so Messerschmidt.

Die Jugendlichen könnten sich mit ihren Aktionen beim Bezirksausschuss bewerben. Eine interfraktionelle Arbeitsgruppe werde die Ideen bewerten und Punkte vergeben. Länge, Intensität und Regelmäßigkeit des Engagements sollen dabei eine Rolle spielen. „Je nach Bewertung erhalten sie einen größeren oder kleineren Betrag aus dem Bürgerbudget“, erklärt Messerschmidt.

Maria Osterhuber-Völkl (CSU) konnte die Idee nicht überzeugen: „Sie bekommen dann ein Honorar. Das ist für mich ein Widerspruch zum Ehrenamt.“ Frieder Vogelsgesang (CSU) hielt es zudem für schwierig, dass eine Rangliste erstellt werden soll. Er fürchtete, dass Jugendliche mit weniger Punkten ihre Motivation verlieren könnten. Er schlug stattdessen vor, ein Jugendbudget einzuführen. Der Bezirksausschuss wird im Unterausschuss Soziales darüber beraten, wie er jugendliches Engagement am besten fördern kann.

Gerhard Wagner vom Kreisjugendring freute sich auf Hallo-Nachfrage über den Vorstoß: „Es ist hervorragend, dass der Bezirksausschuss über eine Anerkennung für ehrenamtliches Engagement nachdenkt.“ Allerdings dürfe es kein zu bürokratisches Verfahren sein. „Ich sollte mich nicht zwei Stunden hinsetzen müssen, um etwas zu beantragen.“ 

Grundsätzlich fehle es bei Jugendlichen aber nicht an Motivation, sich zu engagieren. Wegen der hohen Mobilität in Studium und Beruf sei es für sie nur schwierig, sich langfristig zu binden, so Wagner. Dem stimmt Renate Volk von der Freiwilligenagentur „Tatendrang“ zu. „Jugendliche engagieren sich immer mehr. Sie sind aber anders unterwegs als früher.“

Andreas Schwarzbauea

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