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Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen

Jetzt ermittelt der Staatsschutz: Nazi-Schmierei an Mahnmal für NS-Opfer

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Der gebeugte Stuhl an der Westseite der Obermenzinger Pfarrkirche Leiden Christi.

Über die Osterfeiertage wurde ein Mahnmal für NS-Opfer mit Nazisymbolen beschmiert. Die Polizei startet jetzt einen Zeugenaufruf und hofft so die Täter zu identifizieren.

Über die Osterfeiertage wurden Nazi-Schmierereien in Obermenzing angebracht, ausgerechnet an einem Mahnmal für NS-Opfer. Bislang sind die Täter unbekannt. Die Polizei bittet jetzt um Hinweise aus der Bevölkerung.

+++Update+++

Entsetzen in Obermenzing: Das Mahnmal „Gebeugter, leerer Stuhl“ an der Pfarrkirche Leiden Christi ist mit einem Nazisymbol besudelt worden. „Es wurde nicht nur beschädigt, sondern geradezu geschändet“, sagt Blanka Wilchfort, welche die Skulptur zur Erinnerung an getötete Obermenzinger Juden zusammen mit der Künstlerin Marlies Poss geschaffen hat.

„Rechte Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft angekommen"

Andreas Ellmaier und Marlies Poss am Mahnmal, dessen Tafel auf dem Sockel besudelt wurde.

Andreas Ellmaier vom Verein der Freunde Schloss Blutenburg, der das Mahnmal 2016 gestiftet hat, ist der Vorfall zudem ein Alarmzeichen dafür, „dass rechte Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind, auch im schönen Obermenzing“.

Für ihn und die Künstlerinnen besteht kein Zweifel daran, dass die Tat einen antisemitischen Hintergrund hat. „Es geht bei dem Mahnmal ausdrücklich um die ehemaligen jüdischen Mitbürger in Obermenzing, die während der Nazi-Herrschaft vertrieben, deportiert und ermordet wurden.“

Der gebeugte, leere Stuhl steht für die „Leerstellen“, die die Opfer in ihrer Heimat hinterlassen haben. „Es ist ein Mahnmal mit einer sehr konkreten Aussage, die offensichtlich von seinen Angreifern begriffen wurde“, stellt Wilchfort fest. Der oder die Täter haben die Infotafel auf dem Sockel mit schwarzer Farbe überstrichen und dann das verbotene SS-Zeichen in Weiß aufgeschmiert.

Staatsschutz ermittelt jetzt

Ellmaier hat Anzeige erstattet. Jetzt ermittelt der Staatsschutz bei der Kriminalpolizei. Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion (PI) Pasing ist das nach Auskunft von PI-Leiter Peter Löffelmann der erste vergleichbare Fall in diesem Jahr.

2018 gab es in den Stadtbezirken 21 (Pasing-Obermenzing) und 22 (Aubing-Lochhausen-Langwied) vier Fälle mit rechtsgerichteten Schmierererien. „Wir stellen bei uns bislang keine Häufungen fest. Solche Fälle sind stets Taten, die wir besonders argwöhnisch beobachten“, sagt er.

Der Staatsschutz wird diese Tat jetzt mit ähnlichen vergleichen. „Vielleicht ist so etwas wie eine Handschrift zu erkennen“, erklärt Löffelmann.

Wer hat die Schmiererei entfernt?

Unbekannt wie der Verursacher ist bisher übrigens auch derjenige, der die weiße Doppel-Sigrune wenige Tage nach der Tat entfernt hat. Weder die Pfarrei Leiden Christi noch die Künstlerinnen oder die Blutenburgfreunde wissen, wer es war.

„Offensichtlich war es anderen genauso zuwider wie uns“, vermutet Ellmaier. Beschädigt ist die Tafel allerdings nach wie vor. Die eingelassene Schrift war gelb unterlegt. Dieses vorige Schriftbild soll wiederhergestellt werden, kündigt Ellmaier an.

Die Künstlerinnen denken weiter: „Man sollte das zum Anlass nehmen, gerade jüngere Menschen dafür zu sensibilisieren, dass die Menschenwürde das höchste Gut für uns alle ist“, sagt Blanka Wilchfort. Marlies Poss würde sich freuen, wenn es zu Projekten mit den umliegenden Schulen käme.

Nazi-Schmiererei und dann auch noch an dieser Stelle

So sah die Schmiererei aus.

Die unbekannten Täter besprühten den Inschriftenblock eines Mahnmals in der Grandlstraße mittels weißer Sprayfarbe mit einer Doppelsigrune. Die Schmiererei wies eine Größe von ca. 20 x 20 cm auf. Bei dem Mahnmal handelt es sich um die Skulptur eines Stuhls („Gebeugter leerer Stuhl“). Es steht vor der Obermenzinger Pfarrkirche Leiden Christi.

Der gebeugte leere Stuhl ist ein Mahnmal, dass im November 2016 an der Westseite der Kirche angebracht wurde. Das Mahnmal soll an die von den Nazis verfolgten, vertriebenen und ermordeten Obermenzinger Juden erinnern.

Die Polizei startet Zeugenaufruf

Das Kommissariat 44 ermittelt wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung und dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Zeugenaufruf:

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 44, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Polizei München/se/ul

In der Pfarrkirche Leiden Christi gab es zum Auftakt am „Leeren Stuhl“ einige Veranstaltungen.

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