Verkehrskonzept für Pasinger Norden

Pasing/Obermenzing: Anwohner kämpfen gegen Lastwagen

Christina Brandl und Gerhard Fenzl wollen Lastwagen stoppen, die durch die schmale Grandlstraße fahren.Foto: andy
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Christina Brandl und Gerhard Fenzl wollen Lastwagen stoppen, die durch die schmale Grandlstraße fahren.

Während rundherum fast überall Lastwagen verboten sind, dient die Grandlstraße als Ausweichroute. Die Anwohner verstehen nicht, warum auf wesentlich größeren Straßen keine Lkw durchfahren dürfen, aber bei ihnen schon

Pasing-Obermenzing - Fast alle Nord-Süd-Verbindungen zwischen Pasing und Obermenzing sind für Lastwagen gesperrt. Ausgerechnet die schmale Grandlstraße ist neben der Pippinstraße die einzig verbliebenen Option für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen, die von der Verdistraße auf die Landsberger Straße fahren wollen. Dagegen wehren sich die Anwohner Christina Brandl und Gerhard Fenzl schon seit Jahren.

Kein Lkw-Durchfahrtsverbot trotz Schulen und Kindergärten

„Wie kann es sein, dass die riesengroße Meyerbeerstraße, die sogar Fahrradwege hat, ein Lkw-Durchfahrtsverbot bekommt und unsere schmale Straße nicht?“, fragt Brandl verärgert. Zumal es an der Grandlstraße ein Schulzentrum, zwei Kindergärten und ein Pfarrzentrum gibt. „Es sind viele Kinder mit dem Fahrrad unterwegs. Eigentlich hat ein Lastwagen hier nichts zu suchen“, sagt sie.

Trotz eines Schulzentrum fahren zahlreiche Lastwagen durch die Grandlstraße

Doch die Stadt sieht das anders. Ein Verbot sei nur bei einer besonderen örtlichen Gefährdung oder einer erheblichen Lärmbelastung möglich. „Aktuelle Verkehrsgefährdungen verursacht durch den Lkw-Schleichverkehr konnten sowohl für die Schulwege auf den Gehbahnen als auch für die gesicherten Querungen nicht festgestellt werden. Dies gilt auch für das Radfahren auf der Fahrbahn“, teilte das Kreisverwaltungsreferat mit. Zudem hätten mehrere Verkehrszählungen ergeben, dass der Anteil der Lastwagen in der Grandlstraße nicht besonders hoch sei. Er entspreche vielmehr dem „üblichen und zumutbaren Maß“.

Anwohner beklagen Ungleichbehandlung

Brandl kann das nicht nachvollziehen. Die Laster verstopften regelmäßig die schmale Straße. Oft sei kein Durchkommen mehr. „Die Autos fahren am Zebrastreifen am Durchblickpark teilweise auf den Gehweg, um auszuweichen. Gleichzeitig radeln dort die Kinder zur Schule.“

Sie und Fenzl können nicht verstehen, warum Nachbarstraßen wie die Meyerbeer- oder Frauendorferstraße die Voraussetzungen für ein Lkw-Durchfahrtsverbot erfüllen. Insgesamt nennen die beiden 17 Straßen aus der Umgebung, die für Lastwagen gesperrt sind. Nur Anlieger dürfen dort hineinfahren. „Rund um uns herum gibt es Lkw-Verbote, nur in der Grandlstraße soll es nicht möglich sein. Wo bleibt denn da die Gleichbehandlung der Bürger?“, fragen die beiden.

Zwei Schilder würden Problem lösen

Sie fordern Verbotsschilder mit dem Zusatz „Anlieger frei“ an der Einfahrt an der Verdistraße sowie am Beginn der Theodor-­Storm-Straße. „Es ist keine massive Maßnahme. Mit zwei Schildern wäre die Sache erledigt“, so Fenzl. Der Bezirksausschuss unterstützt die Anwohner dabei und fordert zudem ein schlüssiges Lkw-Verkehrskonzept für das Gebiet.

Andreas Schwarzbauer

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