Paralympics in Südkorea

Das Wunder von Pyeongchang

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Clara Klug konnte im Biathlon bei den Paralympics in Pyeongchang gleich zweimal über Bronze jubeln.

Die blinde Biathletin Clara Klug aus Pasing gewinnt trotz einiger Widrigkeiten zwei Medaillen im südkoreanischen Pyeongchang

Ihre Erwartungen wurden bei den Paralympics weit übertroffen: Die blinde Biathletin Clara Klug hat in Pyeongchang zwei Bronzemedaillen gewonnen. Sie landete auf der mittleren und der langen Distanz jeweils auf dem dritten Platz. Als Höhepunkt durfte sie bei der Schlussfeier gemeinsam mit ihrem Lotsen (Guide) Martin Härtl die deutsche Fahne ins Olympiastadion tragen. „Das ist definitiv mehr als ich mir erhofft habe“, sagt die Pasingerin. 

Erste Medaille in Pyeongchang als Nervenkrimi

Klug machte es bei ihrer ersten Medaille besonders spannend. Kurz vor Schluss blieb die 23-Jährige plötzlich auf der Strecke stehen. Wegen der starken Windböen hatte sie Härtl nicht mehr gehört und sich bereits im Ziel gewähnt. „Zum Glück hat Martin nochmal so laut gebrüllt, dass ich verstanden habe, dass etwas nicht ganz stimmt und mich die letzten paar Schritte noch über die Ziellinie gekämpft“, erzählt Klug. Sie rettete mit 14 Sekunden Vorsprung auf die viertplatzierte Ukrainerin Olga Prylutska Bronze. 

Die Freude kannte im Anschluss keine Grenzen: „Wir haben uns über die Mitteldistanz von zehn Kilometern am wenigsten Chancen ausgerechnet“, jubelt Klug. Außerdem sei der Schnee sehr nass und schwer gewesen, sodass sie ihre Stärke, technisch möglichst sauber zu laufen, nicht ausspielen konnte. 

Gutes Zusammenspiel zwischen Klug und Härtl beim zweiten Erfolg

Einige Tage später über 12,5 Kilometer dagegen war es nicht so knapp. Mit mehr als eineinhalb Minuten Vorsprung gewann sie erneut Bronze. Völlig reibungslos lief allerdings auch dieses Rennen nicht ab: „Ich wollte aufgrund von gesundheitlichen Problemen eigentlich bereits in der ersten Runde aufgeben“, verrät Klug. Ihr Guide habe das Rennen dann taktisch so gestaltet, dass sie nicht nur zu Ende laufen konnte, sondern sogar ihre zweite Medaille holte. „Das zeigt einmal mehr, wie gut wir als Team auf der Loipe funktionieren und was wir gemeinsam leisten können“, so Klug. 

Große Ehre bei der Abschlussfeier der Paralympics

Das Sahnehäubchen gab es zum Schluss. Klug und Härtl führten bei der Schlussfeier die deutsche Mannschaft als Fahnenträger an. „Clara hatte sportlichen Erfolg, und was fast noch wichtiger ist: Sie symbolisiert eine junge aufstrebende Kraft“, erklärte der Chef de Mission Karl Quade bei ntv. Klug konnte diese Entscheidung kaum fassen: „Als ich am Samstag erfuhr, dass wir beide die Fahne tragen dürfen, war ich vollkommen sprachlos und überglücklich. Das war eine unglaubliche Ehre.“ Für Klug war es der perfekte Abschluss für ihre ersten Spiele. Andreas Schwarzbauer

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