Paketpostareal Neuhausen

Neue Details zum Paketpostareal: Zwei Eiffeltürme für München mit Biergarten?

Visualisierung der geplanten Türme mit Schrägliften.
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Visualisierung der geplanten Türme mit Schrägliften.
  • VonTim Pohl
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Kommen nach Neuhausen Münchnes Eiffeltürme? Es gibt Neuigkeiten zur Nutzung des Paketpostareals. Alle neuen Details und Reaktionen dazu hier.

Neuhausen - Der aktuelle Masterplan für das Paketpostareal wurde jetzt der Kommission für Stadtgestaltung vorgestellt. Kern der Planung sind weiterhin zwei Türme, die beide eine Höhe von 155 Metern aufweisen werden.

Innerhalb der Gebäude sollen Büros, Wohnungen und Hotels entstehen, auf den öffentlich zugänglichen Dachbereichen unter anderem der höchste Biergarten der Stadt. Neu am Konzept sind Schrägaufzüge, die die beiden Türme vom Erdgeschoss bis auf das Dach jeweils miteinander verbinden.

„Die Türme sollen nicht mehr nur als Gebäude funktionieren, sondern vielmehr als Skulptur“, so der leitende Architekt Pierre de Meuron. Es wurden Vergleiche mit dem Pariser Eiffelturm gezogen. Ziel sei ein „ikonisches Gebäude“.

Die Reaktionen der Kommission auf die neuen Entwürfe waren gemischt. „Die Aufzüge stehen an der Grenze zur Banalität. Das braucht das Gelände eigentlich nicht“, so Architektin Birgit Rapp. Außerdem wurde vielfach die neue Gestaltung der Türme kritisiert. Die leichte Drehung der Türme aus dem Anfangsentwurf wird in der neuen Version vermisst.

Urbane Gasse mit Blick auf die Türme, links die Paketposthalle.

Auch der Fassadenaufbau gefällt nicht allen Kommissionsmitgliedern. Die einzelnen Wohnungen werden nun modulartig in das Gebäude eingefügt. „Mir fehlt die frühere filigrane Konzeption. Die Türme wirken fast schon massiv“, sagte Stadtrat Jörg Hoffmann (FDP/Bayernpartei).

Konkretisiert wurde die Planung für die Paketposthalle. So sollen im Untergrund eine Kongress- und eine Konzerthalle entstehen. De Meuron sprach sogar von einem „Opernhaus“. Auf der darüberliegenden Erdgeschossebene soll ein überdachter öffentlicher Platz für Märkte sowie Kunst- und Sportveranstaltungen geschaffen werden.

Dieses Konzept wurde in der Kommission vielfach positiv aufgefasst. Allerdings blieben Fragen wie: Was hat dieses neue Zentrum für Auswirkungen auf den Rest der Stadt? Werden Angebote an anderer Stelle verschwinden?

Der vorliegende Entwurf wird als Grundlage für das anstehende Bürgergutachten (s. unten) dienen. Die Kommission nahm ihn nach angeregter Diskussion zur Kenntnis. Als nächstes wird am Mittwoch, 16. Juni, der Stadtrat über den Planungsstand informiert.

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Bürgergutachten

Für das Projekt auf dem Paketpostareal wird ein Bürgergutachten erstellt. Auftakt ist eine digitale Veranstaltung am Dienstag, 29. Juni, bei der die Bürger über die Eckpunkte aufgeklärt werden.

Das Planungsreferat informiert darüber zeitnah auf seiner Internetseite. Danach dürfen sich 100 zufällig ausgewählte Bürger tiefergehend mit dem Ganzen beschäftigen.

Was der BA sagt

Dem Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg wurde der neue Masterplan ebenfalls vorgestellt. Viertel-Chefin Anna Hanusch (Grüne) erklärt: „Die öffentliche Nutzung auf den Dächern und die nicht mehr spiegelglatte, sondern strukturierte Gestaltung der Türme fand guten Anklang, ebenso die Idee der Aufzüge.“

Zudem folge die Planung mit „sehr ehrgeizigen Zielen beim Nachhaltigkeitsstandard, Einsatz von ökologischen Baustoffen, Energieversorgung mit viel Photovoltaik und einer möglichst starken Reduktion des Stellplatzbedarfs“ den Forderungen des BA. Hanusch sagt aber auch: „Wir sind noch mitten im Prozess.“

Das Entwicklungsprojekt besteht, wie berichtet, nicht nur aus Türmen und der Paketposthalle. Dazu kommt ein neues Quartier mit Wohnungen und Geschäften, sechs Kindertageseinrichtungen, einer Einrichtung für Wohnen im Alter, autofreien Gassen, begrünten Innenhöfen und Dächern. Insgesamt sieht der Masterplan 1100 Wohnungen sowie Büros für 3000 Arbeitsplätze vor.

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