Stadt stellt Bebauungsplan auf

Olympisch Wohnen im Mediendorf

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So stellten sich die Planer 2011 das Mediendorf an der Schwere-Reiter-Straße vor. 

Neuhausen: Hätte München den Zuschlag für die Olympischen Spiele bekommen, wäre an der Dachauer Straße das Mediendorf entstanden: Jetzt soll dort Wohnungen errichtet werden.

Hätte München 2011 anstelle von Pyeongchang den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2018 bekommen, dann würde der Münchner Norden heute anders aussehen. An der Dachauer Straße auf einer Teilfläche des Bundeswehrverwaltungszentrums stünde das Olympische Dorf für rund 4000 Sportler und nördlich der Schwere-Reiter-Straße das Mediendorf. Zumindest einen Teil dieser Pläne will die Stadt jetzt auch ohne Olympia verwirklichen und das Bebauungsplanverfahren für den Bereich des ursprünglichen Mediendorfs „in aktualisierter Form fortführen“, sagt Thorsten Vogel, Sprecher des Planungsreferats.

Über 430 Wohnungen und Einzelhandel

Konkret: Die Mediendorf-Pläne sahen damals etwa 430 Wohneinheiten vor. „Derzeit wird die Planung mit dem Ziel überarbeitet, die Anzahl der Wohneinheiten zu erhöhen und somit mehr dringend benötigten Wohnraum zu gewinnen“, sagt Vogel. Auch Kindertageseinrichtungen sowie „ein Anteil an Büronutzung und gegebenenfalls kleinteiliger Einzelhandel an der Schwere-Reiter-Straße“ seien geplant. Bauherr ist die Gesellschaft für den Staatsbediensteten-Wohnungsbau (Stadibau). Diese hat bereits begonnen, Teile des Baufelds vorzubereiten und bisherige Mieter wie den Gemeinschaftsgarten „o’pflanzt is“ gekündigt.

Grünfläche zur Erweiterung des Olympiaparks

Betroffen sind außerdem die nördlich angrenzenden Flächen der Tierärztlichen Fakultät an der Schwere-Reiter-­Straße 9. Dort soll laut Vogel zur Erweiterung des Olympiaparks eine öffentliche Grünfläche entstehen. „Dies war bereits bei den damaligen Planungen für die Olympischen Winterspiele vorgesehen“, sagt er. Und das ist noch nicht alles. „Im Rahmen des anstehenden Bebauungsplanverfahrens wird auch der Umgang mit den benachbarten Flächen, zum Beispiel dem Theaterzelt „Das Schloss“, noch zu eruieren sein“, kündigt Vogel an.

Studentenstadt im geplanten Olympischen Dorf?

Näheres soll nach Infos von Anna Hanusch (Foto), Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA) Neuhausen-Nymphenburg bei einem Erörterungstermin im März bekannt werden. Und: Der BA Neuhausen-Nymphenburg denkt schon weiter. Er hat beantragt, „das ursprünglich für die Winterspiele 2018 geplante olympische Dorf als Studentendorf zu realisieren“. Die Chancen sind abhängig von der Bereitschaft des Bundes, Teilflächen abzugeben – so wie es im Rahmen der Olympia­planung einst vereinbart war. Etwa 880 Wohnungen hätten geschaffen werden sollen.

Auf Hallo-Anfrage erklärt eine Sprecherin des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr dazu: „Zur Abgabe vorgesehene Liegenschaften werden einzelfallbezogen noch einmal überprüft. Dies ist auch bei der zur Abgabe vorgesehenen Teilfläche der Liegenschaft in der Dachauer Straße der Fall.“ Eine Entscheidung sei dazu bis jetzt noch nicht gefallen.

Ursula Löschau

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