Barbara Engleder trainiert bei Allacher Schützenverein – und triumphiert in Rio

Gold für Allach

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Freudenschrei in Rio: Bund-Schützin Barbara Engleder nach dem Goldmedaillensieg bei den Olympischen Spielen.

Olympia-Gold für den Allacher Schützenverein „Der Bund“: Barbara Engleder ist in Rio in der Disziplin Kleinkaliber Dreistellungskampf auf dem ersten Platz gelandet. Seit 2009 ist sie in der Bundesliga-Mannschaft des Allacher Vereins aktiv. Was ihr Sportleiter über diesen Triumph sagt.

Jubel in Allach: Die 33-jährige Kleinkaliber-Schützin Barbara Engleder, die bei den Olympischen Spielen in Rio im sogenannten Dreistellungskampf die Goldmedaille gewonnen hat, ist aktives Mitglied der Feuerschützengesellschaft (FSG) "Der Bund" in Allach.

„Wir sind wahnsinnig stolz auf sie, dass sie diese Medaille gewonnen hat. Sie hat sie wirklich verdient“, sagt Simon Muschiol, der Sportleiter des Vereins. Seit 2009 ist die gebürtige Eggenfelderin Mitglied der ersten Mannschaft, mit welcher der Bund in der ersten Bundesliga kämpft. In der Saison 2010/11 holte sich die FSG mit Engleders Unterstützung den Ligasieg. 2010 war sie außerdem Weltmeisterin in ihrer Golddisziplin. Auch bei Olympia war die Sportlerin schon mehrfach vertreten: in Athen 2004, Peking 2008 und London 2012.

Bisher aber ohne Medaillen­erfolg. Dafür kommt sie jetzt gleich mit Gold nach Allach zurück. Und das sind nicht die einzigen Talente der 33-Jährigen, die mit ihrer Familie in Triftern (Niederbayern) lebt: „Sie ist wie die ‚Mama‘ der Mannschaft. Ihre Nussecken, die sie im Bus zu den Bundesliga-Finalkämpfen immer mitbringt, sind legendär“, verrät Muschiol. Außerdem ist Engleder Hobby-Imkerin. „Wir durften den Honig auch schon probieren“, sagt der Sportleiter. Ihr Geld verdient die Mutter eines dreijährigen Sohnes als Oberfeldwebel bei der Bundeswehr. „Die Familie ist ihr bei allem immer besonders wichtig. Ich glaube, sie freut sich auch jetzt wieder sehr, alle wiederzusehen, vor allem ihren kleinen Sohn“, so Muschiol.

Sein Verein hat in den vergangenen Jahrzehnten übrigens schon mehrere erfolgreiche Olympiateilnehmer hervorgebracht. Aus der Allacher Medaillenschmiede kommen unter anderem Heinz Mertel (Silber in Mexico City 1968; der 80-Jährige ist heute noch beim Bund aktiv), Hans Riederer (jeweils Bronze in Seoul 1988 und Barcelona 1992) und Munkhbayar Dorsjuren (jeweils Bronze in Barcelona 1992 und Peking 2008). Dazu kamen von 1952 (Helsinki) bis 2012 (London) rund ein Dutzend weitere Olympia-Teilnahmen von Bund-Schützen, die jedoch eine Medaille im doppelten Sinn verfehlten. Darüber hinaus hegt der Verein heuer noch weitere Medaillenhoffnungen. Im deutschen Team der Paralympics in Rio ist auch Bund-Mitglied Norbert Gau vertreten. Der Luftgewehr-Schütze gewann Silber bei den Paralympics in Peking 2008. „Wir würden uns total freuen, wenn auch Norbert Gau mit einer Medaille zu uns nach Allach heimkommen würde“, sagt der Sportleiter. Wie die Olympioniken im Stadtteil gefeiert werden sollen, steht noch nicht fest. ul

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