Nymphenburger fürchten Verkehrschaos beim Stammstrecken-Bau

Angst vor „Verkehrsinfarkt“

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Nymphenburger Bürger fordern Informationen über die kommenden Großbaustellen.

Weit über tausend Kinder besuchen die beiden Schulen, den Kindergarten und den ESV an der Margarethe-Danzi-Straße in Nymphenburg Süd. Dass dort bald auch die Baustellenfahrzeuge für die zweite S-Bahn-Stammstrecke fahren sollen, versetzt Anwohner in Angst und Schrecken.

Angst geht um in Nymphenburg-Süd. Die Anwohner fragen sich, welche Auswirkungen der Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke ab 2017 auf sie und ihr Viertel haben wird. Das haben Betroffene wie Martin Luce (39) bei der Bürgerversammlung Neuhausen-Nymphenburg in mehreren Anträgen deutlich gemacht. Sie wollen von Stadt und Bahn so schnell und so umfassend wie möglich informiert werden. Gefordert werden eine Einwohnerversammlung und eine feste Anlaufstelle vor Ort. „Wir wollen Transparenz über die konkreten Planungen und Ansprechpartner, die etwas zu sagen haben“, verlangt Luce. „Und ein Verkehrskonzept, das Eltern ruhig schlafen lässt“, fügt Achim Korten (45) hinzu.

Der zu erwartende Baustellenverkehr macht den Anliegern die größten Sorgen. Schon jetzt sei die Verkehrssituation durch zwei Schulen, einen Kindergarten und den ESV an der Margarethe-Danzi-Straße chao­tisch (Hallo berichtete). Kommen noch Großbaustellen wie die Stammstrecke samt Bahnhofsumbau (s. Info unten) und der Hallenanbau beim ESV dazu, warnen Martin Luce und seine Nachbarn vor einem „Verkehrs­infarkt“ und großen Risiken für die Schulwegsicherheit.

Ein Großteil des Baustellenverkehrs soll nämlich über die Margarethe-Danzi- und die Rosa-Bavarese-Straße laufen. So steht es in einem Brief der Stadt an den Bezirks­ausschuss. „Das birgt konkrete Gefahren für Hunderte von Kindern“, sagt Friedrich Bößendörfer (63) und ergänzt: „Unsere Straßen sind gar nicht für Schwerlastverkehr ausgelegt.“ Anwohner Jörg Schieber (42) fordert daher die Bahn auf, für Transporte von und zur Baustelle die eigenen Gleise zu nutzen.

Das ist laut einer Bahn-Sprecherin zum Teil auch geplant. Es gebe aber noch nicht zu allen Fragen abschließende Antworten. „Die Detailplanungen für die Baumaßnahmen insbesondere auch im Hinblick auf die Baustellenlogistik laufen derzeit auf Hochtouren“, so die Sprecherin. Anfang 2017 sei ein Infostand vor Ort geplant, später eine Anlaufstelle am Bahnhof. Im Netz gibt’s Infos unter www.2.stammstrecke- muenchen.de.
ul

Laimer Bahnhofsbau

Mit dem Bau der zweiten Stammstrecke ist der Umbau des Bahnhofs Laim verbunden. Dieser erhält vier Bahnhofsgleise an zwei Mittelbahnsteigen, um künftig am gleichen Bahnsteig zwischen den Linien der beiden Stammstrecken wechseln zu können. Zudem wird die sogenannte Umweltverbundröhre für den öffentlichen Personennahverkehr sowie für Fußgänger und Radfahrer gebaut. Diese wird mit den neuen Bahnsteigen des Bahnhofs verbunden. Die Hauptarbeiten am Laimer Halt sollen laut einer Bahnsprecherin im Herbst 2018 starten und werden rund sieben Jahre in Anspruch nehmen. Ab Herbst 2017 soll es bereits bauvorbereitende Maßnahmen geben.

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