Wichtiger Schritt gegen Luxussanierungen

Schleichender Zuzug: Wohnungen im Viertel mit Satzung schützen

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Der BA lässt prüfen, ob auch für die Eisenbahnerwohnungen im Block an der Schluder-, Schlör-, Sedlmayr- und Donnersbergerstraße der Erlass einer Erhaltungssatzung möglich wäre.

Neuhausen - Die Bewohnerstruktur nordöstlich des Rotkreuzplatz hat sich verändert. Um weiter gegen Luxussanierungen vorzugehen, wird jetzt der BA aktiv

Das Viertel nordöstlich des Rotkreuzplatzes – zwischen Nymphenburger Straße, Landshuter Allee und der Ruffinistraße – soll wieder in das Gebiet der Erhaltungssatzung Neuhausen aufgenommen werden, um ein Instrument gegen weitere Luxussanierungen zu haben. Das fordert nach der Bürgerversammlung Neuhausen-Nymphenburg (Hallo berichtete) jetzt auch der Bezirks­ausschuss (BA). Er widerspricht damit der Auffassung des Planungsreferats, wonach das Quartier die Voraussetzungen für eine Erhaltungssatzung nicht mehr erfülle. In dem Beschlussvorschlag an den BA erklärt die Verwaltung, „dass in dem Gebiet nordöstlich des Rotkreuzplatzes (...) bauliche Aufwertungen an vielen Stellen bereits stattgefunden haben und dies schleichend zu einem Zuzug einkommensstarker Haushalte und einem Austausch in der angestammten Bewohnerstruktur geführt hat“. Für die Stadt ist der Zug, bezahlbare Wohnungen für alteingesessene Bürger per Satzung zu schützen, dort also schon längst abgefahren. Deshalb ist das Gebiet bereits 2006 aus dem Geltungsbereich der Neuhauser Milieuschutzsatzung herausgefallen. Der BA akzeptiert das nicht. „Die Aussage, dass ein Stadtviertel schon so überteuert und aufgewertet ist und daher keine Erhaltung der sozialen Struktur mehr möglich ist, bedeutet im Umkehrschluss, dass die Erhaltungssatzung in dieser Form versagt hat“, kritisiert das Gremium in seiner Stellungnahme an die Stadt. Neben der Wiederaufnahme des betreffenden Viertels ins Satzungsgebiet fordert der BA deshalb unter anderem auch, den rechtlichen Rahmen stärker auszuschöpfen und das städtische „Vorkaufsrecht kosequenter umzusetzen“. Zudem plant der BA, sich mit den Themen Ensembleschutz, Erhaltungssatzung, Gartenstadtcharakter und ähnlichem in einem separaten Arbeitskreis intensiver zu befassen. Dort soll es dann auch darum gehen, wie Genossenschaftswohnungen langfristig vor Immobilienhaien gerettet werden können. Aktuelles Beispiel: die 503 Eisenbahnerwohnungen an der Schluder- und Donnersbergerstraße (Hallo berichtete).ul

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