München Report

Münchner Wirtshaus-Geschichte(n) – im Westen und in der Altstadt

Der Gasthof „Zum alten Wirt“ an der Dorfstraße ist mit 600 Jahren Münchens ältestes Wirtshaus.Der heutige Stadtteil Obermenzing ist 1200 Jahre alt. Das wird jetzt gemeinsam gefeiert.
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Der Gasthof „Zum alten Wirt“ an der Dorfstraße ist mit 600 Jahren Münchens ältestes Wirtshaus.Der heutige Stadtteil Obermenzing ist 1200 Jahre alt. Das wird jetzt gemeinsam gefeiert.
Der „Alte Wirt“ links neben der Kirche auf einem Stich von Michael Wening (1701).
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Der „Alte Wirt“ links neben der Kirche auf einem Stich von Michael Wening (1701).
Mit Prinzregent per Du: Neuhausens älteste – und bis 1864 auch einzige – Gaststätte ist der 1583 eröffnete „Großwirt“ an der Winthir-/Ecke Volkartstraße. Einer der berühmtesten Gäste der einstigen Tafernwirtschaft (auf einem Foto vor 1903) war Prinzregent Luitpold, der von 1886 bis zu seinem Tod 1912 das Königreich Bayern regierte. „Im Sommer nahm er sein Abendessen gerne auf der Terrasse der Badenburg ein und fuhr mit der Kutsche von der Residenz über den Rotkreuzplatz und die Winthirstraße zum Schloss Nymphenburg“, erzählt Franz Schröther von der Geschichtswerkstatt Neuhausen. Eines Abends wurde der Regent von einem so heftigen Gewitter überrascht, dass er beim „Großwirt“ Halt machte. Der damalige Wirt erkannte seinen Landesvater und begrüßte ihn laut Überlieferung mit folgenden Worten: „Griaß de God, Herr Prinzregent. Es is zwar jetzad erst hoibe viere, aba wega Deiner zapf i frisch o!“ Ob Luitpold ein Bier getrunken hat, ist nicht bekannt.
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Mit Prinzregent per Du: Neuhausens älteste – und bis 1864 auch einzige – Gaststätte ist der 1583 eröffnete „Großwirt“ an der Winthir-/Ecke Volkartstraße. Einer der berühmtesten Gäste der einstigen Tafernwirtschaft (auf einem Foto vor 1903) war Prinzregent Luitpold, der von 1886 bis zu seinem Tod 1912 das Königreich Bayern regierte. „Im Sommer nahm er sein Abendessen gerne auf der Terrasse der Badenburg ein und fuhr mit der Kutsche von der Residenz über den Rotkreuzplatz und die Winthirstraße zum Schloss Nymphenburg“, erzählt Franz Schröther von der Geschichtswerkstatt Neuhausen. Eines Abends wurde der Regent von einem so heftigen Gewitter überrascht, dass er beim „Großwirt“ Halt machte. Der damalige Wirt erkannte seinen Landesvater und begrüßte ihn laut Überlieferung mit folgenden Worten: „Griaß de God, Herr Prinzregent. Es is zwar jetzad erst hoibe viere, aba wega Deiner zapf i frisch o!“ Ob Luitpold ein Bier getrunken hat, ist nicht bekannt.
Mit Prinzregent per Du: Neuhausens älteste – und bis 1864 auch einzige – Gaststätte ist der 1583 eröffnete „Großwirt“ an der Winthir-/Ecke Volkartstraße. Einer der berühmtesten Gäste der einstigen Tafernwirtschaft (auf einem Foto vor 1903) war Prinzregent Luitpold, der von 1886 bis zu seinem Tod 1912 das Königreich Bayern regierte. „Im Sommer nahm er sein Abendessen gerne auf der Terrasse der Badenburg ein und fuhr mit der Kutsche von der Residenz über den Rotkreuzplatz und die Winthirstraße zum Schloss Nymphenburg“, erzählt Franz Schröther von der Geschichtswerkstatt Neuhausen. Eines Abends wurde der Regent von einem so heftigen Gewitter überrascht, dass er beim „Großwirt“ Halt machte. Der damalige Wirt erkannte seinen Landesvater und begrüßte ihn laut Überlieferung mit folgenden Worten: „Griaß de God, Herr Prinzregent. Es is zwar jetzad erst hoibe viere, aba wega Deiner zapf i frisch o!“ Ob Luitpold ein Bier getrunken hat, ist nicht bekannt.
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Mit Prinzregent per Du: Neuhausens älteste – und bis 1864 auch einzige – Gaststätte ist der 1583 eröffnete „Großwirt“ an der Winthir-/Ecke Volkartstraße. Einer der berühmtesten Gäste der einstigen Tafernwirtschaft (auf einem Foto vor 1903) war Prinzregent Luitpold, der von 1886 bis zu seinem Tod 1912 das Königreich Bayern regierte. „Im Sommer nahm er sein Abendessen gerne auf der Terrasse der Badenburg ein und fuhr mit der Kutsche von der Residenz über den Rotkreuzplatz und die Winthirstraße zum Schloss Nymphenburg“, erzählt Franz Schröther von der Geschichtswerkstatt Neuhausen. Eines Abends wurde der Regent von einem so heftigen Gewitter überrascht, dass er beim „Großwirt“ Halt machte. Der damalige Wirt erkannte seinen Landesvater und begrüßte ihn laut Überlieferung mit folgenden Worten: „Griaß de God, Herr Prinzregent. Es is zwar jetzad erst hoibe viere, aba wega Deiner zapf i frisch o!“ Ob Luitpold ein Bier getrunken hat, ist nicht bekannt.
Unbewaffnet zu Speis und Trank: Bereits am 12. März 1442 wurde der „Alte Wirt“ in Moosach urkundlich erwähnt. Bis 1853 war er das einzige Moosacher Gasthaus. Natürlich hieß es damals noch anders, nämlich „Tafern“. „Alt“ wurde er erst viel später, als in der Nachbarschaft „Der neue Wirt“ aufmachte. Die Sitten waren anfangs noch etwas rauer. Im „Täfernhaus“ mussten beispielsweise alle Waffen abgegeben werden, damit auch wirklich alle Gäste den Nachtisch erleben durften. Weichen musste der „Alte Wirt“ in seiner langen Geschichte nur einmal: Er stand Anfang des 20. Jahrhunderts der Verbreiterung der Dachauer Straße im Weg – die Tram wurde gebaut. So kam es gelegen, dass das Haus zu jener Zeit abbrannte. Auf jeden Fall wurde es leicht versetzt an seinem jetzigen Standort wieder aufgebaut.
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Unbewaffnet zu Speis und Trank: Bereits am 12. März 1442 wurde der „Alte Wirt“ in Moosach urkundlich erwähnt. Bis 1853 war er das einzige Moosacher Gasthaus. Natürlich hieß es damals noch anders, nämlich „Tafern“. „Alt“ wurde er erst viel später, als in der Nachbarschaft „Der neue Wirt“ aufmachte. Die Sitten waren anfangs noch etwas rauer. Im „Täfernhaus“ mussten beispielsweise alle Waffen abgegeben werden, damit auch wirklich alle Gäste den Nachtisch erleben durften. Weichen musste der „Alte Wirt“ in seiner langen Geschichte nur einmal: Er stand Anfang des 20. Jahrhunderts der Verbreiterung der Dachauer Straße im Weg – die Tram wurde gebaut. So kam es gelegen, dass das Haus zu jener Zeit abbrannte. Auf jeden Fall wurde es leicht versetzt an seinem jetzigen Standort wieder aufgebaut.
Kaum einer kennt die Altstadt besser: Dr. Helmuth Stahl­eder, ehemaliger stellvertretender Leiter des Stadtarchivs.
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Kaum einer kennt die Altstadt besser: Dr. Helmuth Stahl­eder, ehemaliger stellvertretender Leiter des Stadtarchivs.

Obermenzing: Der „Alte Wirt“ in Obermenzing ist Münchens ältestes Lokal: Heuer wird er 600! Welche spannenden Geschichten sich dort und in anderen traditionsreichen Wirtshäusern zugetragen haben, erfahren Sie hier.

Münchens ältestes Wirtshaus steht in Obermenzing. Das Gasthaus „Zum alten Wirt“ an der Dorfstraße 39 bewirtet seine Gäste seit 1417 und feiert sein 600-jähriges Bestehen am Samstag und Sonntag, 1. und 2. Juli, mit dem ganzen Stadtteil.

Um den Rang der ältesten Gaststätte Münchens kämpfte bis zu deren Schließung 2011 auch die „Hundskugel“ in der Altstadt. Diese wurde 1440 erstmals urkundlich erwähnt und verwies darauf, dass Obermenzing bis zu dessen Eingemeindung 1938 gar nicht zu München gehört habe. Dieser Streit ist jetzt aber beigelegt.

Wie auch andere Streitigkeiten, über die im „Alten Wirt“ in Obermenzing einst verhandelt wurde. Der damalige Tanzboden und heutige Festsaal im Obergeschoss wurde ab Anfang des 17. Jahrhunderts nämlich auch als Gerichtssaal genutzt. Einige überlieferte Prozesse drehten sich direkt um Raufereien in der „Taferne“, an denen nicht selten auch die jeweiligen Wirte selbst beteiligt waren – nachzulesen in einer neuen Chronik von Dorfschreiber Adolf Thurner.

Weitere Geschichten aus den ältesten Wirtshäusern der Stadt lesen Sie hier.
ul/mh

Franziskaner, Donisl und der Stadtwirt „Hofer“

Im Herzen der Stadt – und der Münchner. Das gilt für die drei ältesten Gaststätten in der City: „Franziskaner“, „Donisl“ und „Stadtwirt Hofer“. „Die älteste in ununterbrochener Folge betriebene Gaststätte dürfte der Franziskaner an der Residenzstraße sein“, glaubt Dr. Helmuth Stahleder, ehemaliger stellvertretender Leiter des Stadtarchivs. „Seit 1363 lässt sich dort ein Brauereibetrieb nachweisen.“ Dieser sei nicht von den Mönchen des damals schräg gegenüber auf dem Max-Joseph-Platz stehenden Franziskanerklosters betrieben worden. „Trotzdem geht der Name auf das Kloster zurück“, berichtet der Neuhauser. Seit 1550 sei dort auch eine Fremdenherberge belegt. „Damals hat man die Kapazität nicht nach Bettenzahl gemessen, sondern wie viele Pferde man unterstellen konnte, beim Franziskaner waren es 40.“

Der Donisl in der Weinstraße 1 reicht als Weinlokal sogar bis ins Jahr 1315 zurück. „Der Name stammt aber erst von Dionös Härtl, der die Wirtschaft von 1760 bis 1775 gepachtet hatte“, so der Historiker, der das Buch „Haus- und Straßennamen der Münchner Altstadt“ geschrieben hat.

Auch eine lange Tradition kann der heutige „Hofer“ vorweisen. Das Gebäude, das die Stadt 1550 erworben hat, reicht von der Dienerstraße 20 bis zur Burgstraße 5. „Damals hieß es ,Weinstadl, weil dort die Marktleute ihren Wein bis zum nächsten Markttag stapeln konnten“, erklärt Stahleder. Diese Funktion wurde kombiniert mit Verwaltungsaufgaben. „Der Stadtschreiber hatte dort sein Büro und seine Wohnung, deswegen nennt man es auch ,Stadtschreiberei‘.“mak

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