Visionen für den Rotkreuzplatz

Vorfahrt für Fußgänger: Mit „Rundum Grün“ zu mehr Sicherheit und Lebensqualität

Willi Wermelts Vision: „Rundum-Grün“ für Fußgänger am Rotkreuzplatz.
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Willi Wermelts Vision: „Rundum-Grün“ für Fußgänger am Rotkreuzplatz.

Neuhausen - Mega-Kreuzung Rotkreuzplatz: Abbiegespuren, Trambahngleise, Radstreifen – für die Fußgänger unübersichtlich und gefährlich - Immer wieder kommt es zu Unfällen - Das soll anders werden

Null Verkehrstote und Schwerverletzte ist das Ziel des neuen Münchner Verkehrsmanagements, das kürzlich vom Stadtrat beschlossen wurde. Unter dem Titel „Vision Zero“ soll das Kreisverwaltungsreferat innerhalb eines Jahres ein Maßnahmenprogramm ausarbeiten. Verschiedene Visionen lassen SPD und CSU im Stadtrat jetzt in einem Antragspaket prüfen. Und am Rotkreuzplatz in Neuhausen könnten die ersten Modellversuche starten. Das beantragt jedenfalls Willi Wermelt (SPD) vom Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg.

„Man kommt als Fußgänger am Rotkreuzplatz nicht von A nach B, ohne sich die Beine in den Bauch zu stehen“, so Willi Wermelt.

„Ich habe mich schon oft gefragt, wie viel Lebenszeit ich hier bereits an Ampeln verbracht habe“, sagt der 62-Jährige und ergänzt: „Man kommt als Fußgänger am Rotkreuzplatz nicht von A nach B, ohne sich die Beine in den Bauch zu stehen.“ Die Lösung könnte „Vision Zero“ liefern. Genau gesagt ein Prinzip aus den USA namens „Scramble Crosswalk“ oder „Rundum-Grün“ für Fußgänger und Radfahrer. Diese haben an allen Kreuzungspunkten Grün, wenn zeitgleich alle motorisierten Fahrer Rot haben. Wermelt würde den Versuch damit starten, dass sogar nur die Fußgänger loslaufen dürfen, während die Räder stillstehen. „Der große Vorteil wäre, dass man die Kreuzung sicher und schnell auch diagonal überqueren kann“, erklärt er. Für Radfahrer empfiehlt er gesonderte Regelungen. „Man müsste die Abbiegebeziehungen im Umgriff des Platzes unter die Lupe nehmen und optimieren. Da gibt es viele unlogische Ampelschaltungen, vor allem für Radfahrer“, sagt er.

Sollte sich Willi Wermelts Vision verwirklichen, können Fußgänger künftig diagonal die Kreuzung überqueren.

Weitere Visionen, die der Neuhauser am Rotkreuplatz testen möchte, zielen auf die Entschärfung von Gefahrenpunkten hin. Mögliche Mittel könnten Abmarkierungen sein oder Schilder, die auf besondere Unfallgefahren hinweisen. Auch hier geht es in erster Linie um die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern.

Auch gegen die nachlassende Aufenthaltsqualität soll vorgegangen werden.

Doch nicht allein: „Durch den immer stärker werdenden Verkehr lässt die Aufenthaltsqualität am Rotkreuzplatz zunehmend nach“, beklagt der Neuhauser Stadtteilpolitiker. Deshalb hat der Bezirksausschuss (BA) die Stadt vor kurzem bereits aufgefordert, das „Verkehrs- und Funktionskonzept“ für den Platz und seine Nebenstraßen zu überprüfen und fortzuschreiben. Dazu sollen Verkehrszählungen stattfinden.

In der jüngsten BA-Sitzung hat das Gremium übrigens einstimmig für Wermelts Visionen votiert. ul

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