Das Käthe-Kollwitz-Gymnasium steht kurz vor dem Kollaps

Voll bis zum Anschlag: Diese Schule zieht die Notbremse

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Die Elternbeiratsvorsitzende Karin von Wilmowski (links) und deren Stellvertreterin Karin Schumacher fordern Seite an Seite mit Schulleiter Luitpold Klotz Klarheit wegen der nötigen Erweiterung.

Nymphenburg – Mit dem naturwissenschaftlichen Zweig sind die Schülerzahlen im Käthe-Kollwitz-Gymnasium von 700 auf 1060 gestiegen. Für die Erweiterung der Schule gibt es aber noch keinen Zeitplan

Schulleiter Luitpold Klotz vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium an der Nibelungenstraße muss die Notbremse ziehen: Ab dem kommenden Schuljahr hält er nur vier Eingangsklassen für verkraftbar. In den vergangenen Jahren waren es je sechs, 2014/15 sieben. „Und wir mussten immer abweisen, 2018 ganze zwei Klassen“, bedauert er und erklärt: „Wir können nicht beliebig wachsen. Die Kapazitäten sind begrenzt, vor allem bei den Fachräumen, der Turnhalle und der Mensa.“

Das Ärgerliche: Der Engpass war absehbar. „Wir sind in Vorleistung gegangen und haben uns darauf verlassen, dass die Schule dem Bedarf zeitnah angepasst wird“, sagt Klotz. Jetzt sei die Schule mit 1060 Schülern in 33 Klassen am Limit, doch der Ausbau lasse auf sich warten.

Seit Einführung eines naturwissenschaftlichen Zweigs 2014 sind die Schülerzahlen im Käthe-Kollwitz-Gymnasium von 700 auf 1060 gestiegen. Es wird eng im Gebäude.

Tatsächlich wurde die Erweiterung des Gymnasiums im Rahmen des zweiten Schulbauprogramms erst 2017 vom Stadtrat beschlossen. Ziel sei, die Schule von ursprünglich vier- auf sechszügig auszubauen, bestätigt Ursula Oberhuber, Sprecherin des Referats für Bildung und Sport (RBS). Aussagen zu Baubeginn und Fertigstellung seien aber noch nicht möglich. Monika Großkopf vom Baureferat bestätigt: „Derzeit läuft das Vergabeverfahren für die Planungsmaßnahmen. Erst nach Abschluss der Vorplanung können konkrete Termine genannt werden.“

Das ist dem Schulleiter und den Eltern viel zu vage. „Ich brauche einen klaren Zeithorizont, wann der Neubau steht“, so Klotz. Karin von Wilmowski, Vorsitzende des Elternbeirats betont: „Man hätte hier wirklich Platz, um etwas Vernünftiges zu realisieren. Und es ist einfach nicht nachvollziehbar, warum nichts geschieht.“ Ihre Stellvertreterin Karin Schumacher fügt hinzu: „Der Stadtteil wächst. Der Bedarf ist offensichtlich. Die Stadt ist viel zu spät dran, um darauf zu reagieren – bei den meisten Kinderbetreuungseinrichtungen.“ Die Konsequenz: Eine wohnortnahe Versorgung wird immer schwieriger. Denn wenn das Käthe-Kollwitz-Gymnasium nur vier Eingangsklassen bilden kann, verringert sich auch der Einzugsbereich auf einen Radius von maximal 900 Metern rund um die Schule. Das reicht nicht einmal bis zum Rotkreuzplatz oder ganz bis Nymphenburg Süd. Kinder, die weiter weg wohnen, müssten ein anderes Gymnasium besuchen. „Ich will vermeiden, dass die Eltern beim Infoabend zur nächsten Einschreibung am 28. Februar aus allen Wolken fallen“, erklärt er seinen Hilferuf jetzt. Bis Ende Februar habe die Stadt noch Zeit, „konkrete Zusagen“ zu machen. „Dann könnte man vielleicht noch zwei bis drei Jahre überbrücken.“ – Sonst nicht.

Ursula Löschau

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