Nymphenburg

Viertelpolitiker lehnen Siegerentwurf für Naturkundemuseum in Schloss Nymphenburg ab

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Das ehemalige LMU-Gebäude an der Maria-Ward-Straße soll für den Museums-Neubau weichen.

Nymphenburg: Die Viertelpolitiker sind gegen eine „gesichtslose Fassade“.

So sieht der der Siegerentwurf des Büros Staab Architekten aus.

In der Diskussion um die Architektur des geplanten Naturkundemuseums „Biotopia“ in Schloss Nymphenburg bezieht der Bezirksausschuss (BA) Neuhausen-Nymphenburg jetzt Stellung: „Der BA 9 lehnt den vorliegenden Entwurf in seiner Außenwirkung ab und fordert, dass sich der Neubau in seiner Maßstäblichkeit und Materialität in die historische Umgebung einfügt“, heißt es in einem einstimmig gefassten Beschluss. Weiter fordert der BA: „Proportionen, Gliederung und Farbigkeit sollen sich an den Bestandsbauten unseres kulturellen Erbes Schloss Nymphenburg orientieren.“ 

Mit diesem Standpunkt gehen die Viertelpolitiker in ein für 18. Mai angesetztes Treffen mit den Museumsplanern und den Kritikern des architektonischen Konzepts. Die Stellungnahme geht vorher an die Planer und Entscheidungsträger für das neue Museum.

Der BA greift damit grundsätzliche Einwände des Denkmalnetzes Bayern und der Bürgerversammlung des Stadtbezirks (Hallo berichtete) auf. „Eine gesichts- und fensterlose Sichtbetonfassade wollen wir auch nicht“, sagte Peter Loibl (AGS) in der jüngsten Sitzung.

Gleichzeitig möchte BA-Chefin Anna Hanusch (Grüne) nicht so weit gehen wie Vertreter des Denkmalnetzes. Deren Forderung lautet, für das Naturkundemuseum quasi eine Kopie der Schloss-Schwaige zu errichten. „Ich muss als Architektin sagen, dass dies nicht den Vorgaben des heutigen Denkmalschutzes entsprechen würde“, so Hanusch. Es müsse erkennbar sein, dass hier ein Neubau entstehe. „Und das Gebäude muss mit dem korrespondieren, was drinnen passiert“, so ihre Erfahrung.

Schärfere Worte fand der Denkmalschutzbeauftragte des BA, Asko Hochdorn (CSU): „Das ist kein Entwurf, sondern eine architektonische Frechheit“, sagte er. Das Siegerkonzept wirke wie ein „Luftschutzbunker“. Er hätte den Planern deshalb gerne gleich konkrete Vorgaben von den Fenstern über den Kalkputz bis zum Dach gemacht. Davon nahm der BA mit Blick auf das bald anstehende Treffen jedoch Abstand. ul

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