Ausbau des ÖPNV anstelle des Tunnelbaus

Stimmung gekippt: Allee-Tunnel abgelehnt

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Bürger beklagen, dass das Bauwerk verkehrlich weitgehend nutzlos sei und auch sonst kaum Vorteile für das Viertel bringen würde.

Neuhausen – Das Verkehrs-Sorgenkind sorgt erneut für Uneinigkeit unter den Bürgern: Zum ersten Mal seit Jahren hat sich die Bürgerversammlung  gegen das Projekt ausgesprochen

Die Begeisterung vieler Neuhauser für einen neuen, längeren, mindestens 540 Millionen Euro teuren Tunnel unter der Landshuter Allee (Hallo berichtete) scheint nachzulassen: Zum ersten Mal seit Jahren hat sich die Bürgerversammlung für Neuhausen-Nymphenburg gegen das Projekt ausgesprochen. Eine klare Mehrheit folgte dem Antrag einer Bürgerin, die anstelle des Tunnelprojekts für einen Ausbau des ÖPNV plädierte.

Das Bauwerk sei verkehrlich weitgehend nutzlos, bringe für mehr als ein Viertel der Anwohner mehr Nach- als Vorteile und schaffe an der Oberfläche kaum Platz für zusätzliche Grünflächen, so die Hauptargumente der Gegnerin. Eine weitere Antragstellerin forderte, dass bei der nächsten Infoveranstaltung für die Bürger die Interessen der Anwohner und nicht die des Verkehrsflusses im Mittelpunkt stehen müssten. „Wir fordern eine Offenlegung aller Pläne mit realistischen Kostenschätzungen“, so die Neuhauserin, deren Antrag ebenfalls beschlossen wurde.

Die Bürgerinitiative „Pro Landshuter Allee Tunnel“ reagiert mit „Bestürzung“ auf das neue Votum. Die Argumente gegen den Tunnel seien „die ewig gleichen, die nicht nur die Gesundheit der Anwohner und die bedrohliche Verkehrsentwicklung, sondern auch die besondere Verkehrsfunktion und die städtebauliche Situation der Landshuter Allee völlig ausser Acht lassen“, so Sprecher Nima Lirawi.

Ursula Löschau

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