Immer mehr Radfahrer auf dem Gehweg der Nördlichen Auffahrtsallee

Senioren schlagen Alarm: Gefahr für Fußgänger am Schloss

+
Eine typische Situation: Radfahrer auf dem Gehweg an der Nördlichen Auffahrtsallee ängstigen Senioren aus der dortigen Wohnanlage.

Nymphenburg – „Der Geh- ist kein Radweg“: Immer wieder kommt es auf dem Gehweg vor der Seniorenwohnanlage zu brenzligen Situationen zwischen Passanten und Radfahrern – Die Bewohner schlagen jetzt Alarm

Bevor Sibylle Heyl (85) auf den Gehweg vor der Seniorenwohnanlage an der Nördlichen Auffahrtsallee tritt, schaut sie vorsichtig nach links und rechts. Der Schreck vom jüngsten Beinahe-Unfall mit einem Radfahrer, der auf dem Fußweg vorbeisauste, sitzt noch zu tief. Angst ist für sie und weitere Bewohner der Einrichtung unweit von Schloss Nymphenburg aber keine Lösung. Und der besagte Radfahrer war keine Ausnahme, sondern die Regel. Deshalb haben die Senioren jetzt den Bezirksausschuss (BA) Neuhausen-Nymphenburg um Hilfe gebeten.

Diese Senioren haben jetzt den Bezirksausschuss (BA) Neuhausen-Nymphenburg um Hilfe gebeten.

„Der Geh- ist kein Radweg“, betont Elisabeth Schosser (84). „Und wenn man etwas sagt, wird man noch blöd angeredet“, ärgert sie sich und fordert häufigere Polizeikontrollen. „Ich weiß aber auch, dass die Polizei gar nicht die Leute hat, um dort ständig jemanden hinzustellen.“ „Ein Schild mit der Aufschrift ‚Kein Radweg‘ wäre das Mindeste“, schlägt Sibylle Heyl vor. „Oder eine Sperre, damit die Radfahrer absteigen müssen“, ergänzt Erika Schülgen (82). Sie berichtet: „Ab 16 Uhr kommen dann die Sportaktiven. Die fahren alle auf unserem Gehweg.“

Auf die Aufforderung der Seniorengruppe hin, wird jetzt geprüft, wie die Lage vor der Seniorenwohnanlage entschärft werden kann.

Der BA, der schon 2014 um eine Lösung dieses Problems gebeten hatte, stellt sich nun einstimmig hinter die Initiative der Senioren. In der jüngsten Sitzung hat das Gremium die Stadt aufgefordert, „diese Situation dringend zu entschärfen“. Der Vorschlag des BA: eine Bodenmarkierung wie am anderen Ende der Nördlichen Auffahrtsallee an der Kreuzung Waisenhaus- und St.-Galler-Straße.

Johannes Mayer vom Kreisverwaltungsreferat (KVR) kennt die Ausgangslage: „Das grundsätzliche Problem liegt an der vorhandenen baulichen Situation der Kreuzung, die Radfahrer signalgeregelt über die Menzinger Straße auf einer Radwegfurt direkt in Richtung Gehweg führt.“ Dagegen helfe nur „ein verbessertes Infrastruktur-Angebot“. Das würde laut Mayer jedoch einen „kompletten Kreuzungsumbau“ bedeuten, mit geänderter Radverkehrsführung und neuem Fahrbahnbelag. ul

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Kommentare