Hier kommt der Schloss-Sheriff

Sie schützen die Ruheoase: Im Nymphenburger Park patrouillieren jetzt Wachleute

Soufien Aboudi und weitere Kollegen von einem Sicherheitsdienst verstärken ab sofort die Parkaufsicht der Schlösserverwaltung in Nymphenburg.
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Soufien Aboudi und weitere Kollegen von einem Sicherheitsdienst verstärken ab sofort die Parkaufsicht der Schlösserverwaltung in Nymphenburg.

Nymphenburg - Der Nymphenburger Schlosspark ist eine Oase für Menschen, Tiere und Pflanzen - Doch immer häufiger kommt es zu Zwischenfällen - Die Schlösserverwaltung hat jetzt einen zusätzlichen Wachdienst für den Park engagiert

Eine Stockente mit einem Blasrohrpfeil im Schnabel ist das jüngste Opfer von Tierquälern im Nymphenburger Schlosspark und der erste aufregende „Fall“ von Soufien Aboudi, einem der neuen Wachmänner, die die Bayerische Schlösserverwaltung zusätzlich zur eigenen Parkaufsicht für den Nymphenburger Schloss­park engagiert hat. „Wir haben festgestellt, dass sich immer mehr Leute nicht an die Parkregeln halten und das bei vielen anderen Besuchern für Unmut sorgt“, erklärt Josef Schwab, Leiter der Schloss- und Gartenverwaltung Nymphenburg.

Dabei sind Fälle von Tierquälerei zum Glück bisher die Ausnahme. Vielmehr geht es um nahezu alltägliche Verstöße: durch den Park radeln, über die Wiesen spazieren oder Hunde frei laufen lassen – was heuer schon zu einem verletzten Reh geführt hat, das durch die Tierrettung eingeschläfert werden musste. „Wir versuchen, bestimmten Tendenzen entgegenzuwirken, damit der Schlosspark seinen besonderen Charakter als Ruheoase im königlichen Ambiente nicht verliert“, sagt Schwab.

Dazu überwachen jetzt Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma den besonders frequentierten Bereich zwischen Amalienburg, Innenparterre und den historischen Pflanzenhäusern des Parks, werktags von nachmittags bis abends, an den Wochenenden bereits ab Mittag. Zu erkennen sind sie unter anderem an ihrer Kleidung und den grünen Dienstfahrrädern, mit denen jetzt das gesamte Parkpersonal ausgestattet wurde. Die Mitarbeiter sind eben auch die Einzigen, die im Park radeln dürfen.

Aboudi soll sogar. Er zieht seine Kreise, achtet auf Verstöße, spricht die Leute darauf an. „Manchmal kommen auch Besucher auf mich zu und sagen, wenn ihnen etwas auffällt. Wie die Leute, die von Jugendlichen erzählt haben, die mit irgendetwas auf Enten geschossen haben“, berichtet er. Da waren die Übeltäter aber schon über alle Berge. Die Folge: Die Parkwache behält jetzt auch verstärkt die Gewässer im Blick. Und sucht zur Zeit noch nach der Ente, um sie von dem Pfeil im Schnabel zu befreien.

Vor allem aber sollen die Sicherheitskräfte informieren. „Es geht darum, die Fauna und Flora und das besondere Ambiente im Park zu schützen. Die Besucher sollen das Gartendenkmal als solches wahrnehmen, dann müssten sie auch den Sinn der Regeln verstehen“, hofft Schwab. Treffen die Wachmänner, die im Auftrag der Schlösserverwaltung das Hausrecht ausüben dürfen, auf taube Ohren, können sie die Polizei zu Hilfe rufen. Selbst haben sie jedoch keine polizeiliche Gewalt. „Sie sollen im Wesentlichen Überzeugungsarbeit leisten“, sagt Schwab und fügt zufrieden hinzu: „Seit die Wachleute da sind, gibt es weniger Verstöße. Sie werden wahrgenommen.“ ul

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