Abschied mit 109

Robert Winterstein, ältester Münchner, in Nymphenburg gestorben

Robert Winterstein mit Sohn Michael im März.
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Robert Winterstein mit Sohn Michael im März.

Nymphenburg: Münchens ältester Bürger, Robert Winterstein, ist mit 109 Jahren in seiner Wohnung in Nymphenburg gestorben.

Er schlief im Beisein seines Sohnes Michael Winterstein friedlich ein. Der 66-Jährige hat sich in den vergangenen Jahren intensiv um seinen Vater gekümmert. „Seit er 104 wurde, war ich eigentlich immer da. Vorher hat er noch viel selbst gemacht“, erinnert sich der Sohn.

Dabei hatten sein Vater und er noch ein großes gemeinsames Ziel: „Ich würde schon gerne 110 werden“, sagte Robert Winterstein im März im Gespräch mit Hallo München. Damals berichteten wir am Beispiel des Nymphenburgers über die steigende Zahl der Über-100-Jährigen in München. Diese stolze Bilanz wird nun übrigens von einer 108-Jährigen in Schwabing angeführt.

„Wir hatten schon überlegt, wie wir am 6. September feiern und wen wir alles einladen“, sagt Michael Winterstein. Auch wenn er in den vergangenen Monaten hin und wieder Sorge hatte, ob sein Vater den nächsten Geburtstag noch erleben würde. „Es kam trotzdem überraschend. Ich bin sehr traurig, dass dieses Fest nicht mehr stattfinden wird.“

Die Familie kam 1955 nach München. Robert Winterstein stammte aus Chemnitz und war Elektrotechniker von Beruf. Unter anderem arbeitete er zwölf Jahre lang in Graz. Um dort tätig sein zu können, hatte er sogar die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen. Bevor er 1971 in Pension ging, war Winterstein lange Zeit bei den Isar-Amper-Werken beschäftigt. In seiner Freizeit reiste, wanderte und zeichnete er gerne. Ein Resultat: Im Alter von 107 Jahren präsentierte der Nymphenburger erstmals öffentlich seine schönsten Reise­skizzen und Zeichnungen. Sein Sohn Michael, der ebenfalls malt, hatte die Ausstellung im ASZ Neuhausen organisiert. Eine Werkschau mit seinen Arbeiten und Bildern seines Vaters war ein weiterer gemeinsamer Traum.

Jetzt stehen für den Sohn jedoch erstmal andere, schwere Pflichten an. Seine letzte Ruhe wird Robert Winterstein auf dem Westfriedhof finden. ul

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