Stelen sollen bleiben

Platz der Freiheit: Dürfen die Stelen bleiben?

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Die Meinung des Künstlers: „Gerade in dieser Zeit, wo Rechtsextremisten aus vielen Löchern kommen, wäre der Abriss eines Widerstandsdenkmals ein fatales Signal.“

Neuhausen – Eigentlich waren das Widerstandsdenkmals am Platz der Freiheit als dauerhaftes Denkmal gedacht – zumindest in den Augen des Künstlers. Doch jetzt steht dessen Erhalt in Frage

Das Denkmal, das seit Juli 2016 am Platz der Freiheit an Menschen erinnert, die Widerstand gegen die Nazis geleistet haben, soll dort dauerhaft stehenbleiben. Das fordert neben dem Künstler Wolfram Kastner, der die 13 Stelen mit Fotos und kurzen Biografien von 14 Münchner Widerstandskämpfern realisiert hat, auch die Bürgerversammlung Neuhausen-Nymphenburg. Um genau zu sein: Der jüngste Antrag besagt, dass die Stelen notfalls durch Dubletten ersetzt werden sollen, falls die Originale für ein Museum bestimmt wären. Hauptsache, sie bleiben da.

Vom Umzug in ein Museum ist laut Kastner aber keine Rede. Zum einen findet er: „Dieses Denkmal gehört in den öffentlichen Raum.“ Zum anderen hat die Stadt das Denkmal dort nur befristet genehmigt. „Am 31. Oktober 2019 soll es verschwinden, um den Platz für andere temporäre Kunstaktionen zu nutzen“, sagt Kastner und kündigt zugleich an: „Ich bau’s nicht ab. Wenn sich die Stadt blamieren will, muss sie es selber machen.“ Seine Position: „Gerade in dieser Zeit, wo Rechtsextremisten aus vielen Löchern kommen, wäre der Abriss eines Widerstandsdenkmals ein fatales Signal.“

Finanziert wurde das Projekt mit 16 000 Euro Gesamtkosten vom Kulturreferat und 2000 Euro Zuschuss vom Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg. „So ein günstiges Denkmal hat die Stadt vorher noch nie bekommen“, sagt der Künstler.

Ursula Löschau

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