Ein Lese- und Vierteltreff 

„Offener Bücherschrank“ für Neuhausen

+
Die Initiatoren und Förderer am geplanten Standort für den Bücherschrank (v.l.): Donata Brandis und Katharina Müller vom Verein Machwerk, Jürgen Jensen und Viertelchefin Anna Hanusch

Neuhausen - Schluss mit dem Müll: Die Initiative "Offener Bücherschrank" will alte Bücher vor dem Container bewahren - doch dafür sucht das Projekt noch helfende Hände

Neuhausen - Die Partnersuche hat fast vier Jahre gedauert. Doch jetzt haben sich offenbar die Richtigen gefunden – für das Projekt „Offener Bücherschrank“ für Neuhausen: Jürgen Jensen (80), der die Idee als Bürger aufgegriffen und sich auf die Suche nach Mitstreitern gemacht hat, und der Verein Machwerk, der sich von Jensens Begeisterung anstecken ließ und die Trägerschaft übernommen hat. Dritter im Bunde ist der Bezirksausschuss (BA) Neuhausen-Nymphenburg, der das Ganze mit 8300 Euro Zuschuss fördert. Der BA war es auch, der 2014 den ersten Versuch unternommen hatte, einen Bücherschrank im Stadtbezirk zu etablieren. „Wir haben einige Vereine angeschrieben. Dafür waren alle, sie wollten nur nicht die Verantwortung übernehmen“, erinnert sich Viertelchefin Anna Hanusch. „Zuletzt ruhte das Thema – bis Herr Jensen kam“, sagt sie freudig. 

Der Architekt lebt seit 30 Jahren in Neuhausen und kann nicht mitansehen, wenn einst teure, liebgewonnene, interessante Bücher auf dem Müll landen. „Alte Bücher will heute keiner mehr kaufen. So viele werden weggeworfen. Das ist schrecklich“, sagt er. Im offenen Bücherschrank dagegen könnten sie noch viel bewirken: „Man kann Leuten, die sonst nicht so viel lesen, Bücher näherbringen. Man kann Bücher tauschen. Und dabei ergeben sich zudem noch schöne Begegnungen.“ 

Der Schrank beim Nordbad ist Vorbild.

Der Bücherschrank als Treffpunkt ist auch ein Wunsch von Katharina Müller, die die Atelier-Werkstatt Machwerk an der Schulstraße 1 leitet: „Ich fand die Idee gleich super.“ Bis Ende Juni soll der Schrank mit Platz für 400 bis 500 Bücher beim Kiosk an der Ecke Nymphenburger-/Waisenhausstraße aufgestellt werden. Um die Pflege werden sich ehrenamtliche Paten kümmern. „Sie sollen regelmäßig vorbeischauen und dafür sorgen, dass der Schrank sauber bleibt und keine Literatur enthält, die anstößig ist“, so Jensen. Auch Zeitschriften oder zerfledderte Bücher gehören nicht hinein. 

Einige Paten werden noch gesucht. 

Interessierte können sich per E-Mail unter jensenj@gmx.de melden. ul

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

West
Bilder: Die Kandidaten im Stimmkreis München-Schwabing (108)
Bilder: Die Kandidaten im Stimmkreis München-Schwabing (108)
18-Jährige schläft betrunken in der U-Bahn ein - und wird von Fahrer vergewaltigt
18-Jährige schläft betrunken in der U-Bahn ein - und wird von Fahrer vergewaltigt
Kostet Pfusch an der Stiftsbogen-Baustelle den BA-Chef sein Amt?
Kostet Pfusch an der Stiftsbogen-Baustelle den BA-Chef sein Amt?

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.