Amazonen als Werbeträger

Nymphenburgerin lüftet Geheimnisse um Propaganda-Shows der NS-Diktatur im Schlosspark

Nymphenburgerin lüftet Geheimnisse um Propaganda-Shows der NS-Diktatur im Schlosspark
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Nymphenburgerin lüftet Geheimnisse um Propaganda-Shows der NS-Diktatur im Schlosspark
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Diese Skulptur von Franz von Stuck vor der Stuckvilla inspirierte zu den Amazonen-Nächten
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Diese Skulptur von Franz von Stuck vor der Stuckvilla inspirierte zu den Amazonen-Nächten
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Nymphenburg: Der Nymphenburger Schlosspark war von 1936 bis 1939 viermal Schauplatz einer „Nacht der Amazonen“, einer pompös-frivolen Festreihe der damaligen Münchner Nazi-Führung.

SS-Wachmannschaften des Konzentrationslagers Dachau und Varieté-Girls in hautfarbenen Slips, die in pompösen Kulissen nachts im Nymphenburger Schlosspark vor tausenden Zuschauern ihre Reitkünste zeigten. Zusammen ergab das die „Nacht der Amazonen“, eine Mischung aus NS-Propaganda und Tourismusattraktion, die von 1936 bis 1939 jeweils Ende Juli stattgefunden hat. Was dahinter steckte, wer diese bizarre Festreihe plante und finanzierte und wie die Amazonennächte abliefen, stellt die Nymphenburgerin Doris Fuchsberger (56) jetzt in ihrem neuen Buch (s. unten) vor.

Bereits in dem 2014 erschienenen Buch „Schloss Nymphenburg unterm Hakenkreuz“ haben sie und Albrecht Vorherr den Amazonen ein Kapitel gewidmet. „Ich hatte damals schon Lust, mich tiefer in dieses Thema einzuarbeiten. Aber es gab bisher keine Literatur darüber“, sagt Fuchsberger. Ihr Buch soll diese Lücke nun schließen.

Ausführlich beleuchtet sie die Hintergründe und Hintermänner der frivolen Freiluftrevue wie den damaligen Herrscher Münchens, Christian Weber, und den Fremdenverkehrschef Paul Wolfrum. Sie kamen nach ihren Recherchen auf die Idee, im Olympia-Jahr 1936 das Jubiläum „500 Jahre Münchener Pferderennen“ groß zu feiern. Abendlicher Höhepunkt einer internationalen Rennwoche in Riem war die erste „Nacht der Amazonen“ mit rund 2000 Mitwirkenden und mindestens 10 000 Besuchern im Nymphenburger Schlosspark. „Neben viel Politprominenz kamen 1936 auch zahlreiche gekrönte Häupter“, berichtet Fuchsberger. „Da spielte nicht zuletzt die Konkurrenz zwischen München und der Reichshauptstadt Berlin eine große Rolle. Die Münchner wollten die Berliner toppen.“

In den folgenden Jahren sollte die Großveranstaltung vor allem als Fremdenverkehrsmagnet dienen und wurde immer freizügiger gestaltet. „Das Casting ohne Büstenhalter hat Christian Weber persönlich übernommen“, sagt die Autorin, die auch auf die Sexualmoral und den Körperkult zur NS-Zeit eingeht. Zudem deckt sie auf, wie der Münchner Fasching vereinnahmt wurde. „Das war ein einziges Flechtwerk.“ ul

Buchvorstellung und Verlosung

Das Buch „Nacht der Amazonen“ (244 Seiten, 19,90 Euro, erschienen im Allitera Verlag) wird am Mittwoch, 18. Oktober, in der Juristischen Bibliothek im neuen Rathaus, Marienplatz 8, präsentiert. Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung unter Telefon 13 92 90 46 beim Verlag wird gebeten. Die Autorin Doris Fuchsberger, die bereits zwei Bücher über Schloss Nymphenburg veröffentlicht hat, steht für Fragen zur Verfügung.

Wir verlosen drei Amazonen-Bücher. Zur Teilnahme genügt eine Postkarte oder E-Mail bis 18. Oktober an die Hallo-Redaktion, Dessauerstraße 10, 80992 München, oder an aktion@hallo-muenchen.de. Stichwort: Amazonen

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