Immer mehr Patienten sind allein

Besuchsdienst: Ehrenamtliche Helfer sollen Lücken ausfüllen

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Die Schwestern Reginharda (re.) und Veneranda im Gespräch mit einem Patienten: Jakob Weiß (89) hat Angehörige, die ihn besuchen, freut sich aber trotzdem über jede nette Unterhaltung.

Nymphenburg – Das Krankenhaus Neuwittelsbach sucht ehrenamtliche Helfer für einen neuen Besuchsdienst

130 Patienten werden derzeit im Krankenhaus Neuwittelsbach an der Ecke Roman-/Renatastraße behandelt. Die Hälfte, so schätzt Ehrenamts-Koordinatorin Wilma Scheuren, bekommt selten oder nie Besuch, würde sich über etwas Abwechslung und persönliche Zuwendung aber sehr freuen.

„Der Bedarf nimmt stetig zu. Der Al­tersdurchschnitt der Patienten steigt, Kinder oder Freunde sind weit weg oder selbst schon alt und krank“, weiß Scheuren. Gleichzeitig sind im Haus immer weniger Ordensschwestern tätig. Sie haben bisher in ihrer Freizeit Besuchsdienste geleistet. Die entstehende Lücke soll jetzt mit Ehrenamtlichen ausgefüllt werden.

„Die fünf Ordensschwestern, die noch da sind, werden älter und es gibt kaum Nachwuchs“, fasst Schwester Veneranda (79) die Situation zusammen. In den 80er-Jahren haben in der Internistischen Fachklinik noch über 50 Barmherzige Schwestern gearbeitet – Besuche bei Patienten inklusive.

„Etwas vorlesen, kleine Besorgungen machen, die Patienten in den Garten oder die Kapelle begleiten oder einfach nur zuhören“, zählt Schwester Reginharda (86) einige der gefragtesten Hilfeleistungen auf. Einmal hat sie sich sogar darum gekümmert, dass die Katze einer Patientin ins Tierheim kam, bis die Frau wieder gesund war.

„Das sind alles Dinge, die die Pfleger nicht machen können. Dafür brauchen wir künftig Ehrenamtliche, sonst sind diese Dienste nicht mehr zu leisten“, so Hausleiterin Marlies Braun. ul

Veranstaltungshinweis

Interessierte können sich am Freitag, 15. März, ab 14 Uhr in der Klinikkapelle näher informieren.

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