Neue Interessengemeinschaft greift Nöte von Vereinen und Ehrenamtlichen auf

Neue Stimmen für den Sport

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Pia Kraske und Michael Franke kämpfen für Sportvereine.

Nymphenburg – München wächst, doch die städtischen Sportstätten bleiben größtenteils auf der Strecke –  Die neue Interessengemeinschaft Sport München (IGSM) will das künftig ändern

18,2 Millionen Euro im ersten und 38,4 Millionen Euro im zweiten Sportbauprogramm investiert die Stadt in die Modernisierung von acht Bezirks- und Freisportanlagen. „Viel zu wenig!“, sagt Michael Franke, Präsident der FT Gern und Mitbegründer der neuen Interessengemeinschaft Sport München (IGSM). Denn: „Sanierungen schaffen keinen quantitativen Zuwachs.“ Und eine wachsende Stadt wie München brauche zusätzliche Sportflächen sowie mehr Anerkennung und Förderung für den Breitensport. Dafür wollen sich die 15 Mitglieder der IGSM aus ebenso vielen Münchner Sportvereinen unter dem Motto „Sport wichtig machen“ ab sofort auf kommunaler Ebene einsetzen.

Hallo berichtete am 16. Mai erstmals über die Initiative.

Eines von vielen Zielen: „Wir gewinnen nur Kapazitäten dazu, wenn wir mehr Natur- in Kunstrasenflächen umwandeln“, so Franke. Dabei würden die Vereine und ihre ehrenamtlich tätigen Vorstände jedoch auf große Hürden stoßen. Dazu gehören langwierige Baugenehmigungsverfahren, fehlende Eigenmittel und die Schwierigkeit, ohne vereinseigene Grundstücke keine Sicherheiten für Kredite anbieten zu können. „Wir haben es mit wahnsinnig viel Bürokratie zu tun“, bestätigt Pia Kraske, Geschäftsführerin vom ESV München.

Gefordert werden daher mehr Zuschüsse, weniger Bürokratie und „eine zentrale Fachstelle im Sportamt für uns Vereine“. Kunstrasen- und viele andere Bauprojekte könnten durch einen „runden Tisch“ mit Vertretern der verschiedenen beteiligten Referate beschleunigt werden. Franke will zudem eine aktive Vor-Ort-Betreuung durch ein „Sportamt im Außendienst“.

Unterstützung für die ehrenamtlich Tätigen ist ein weiterer Schwerpunkt. Die Vereinssprecher fordern unter anderem kostenfreie Trainer- und Übungsleiterausbildungen und eine „Ehrenamtscard“ mit verschiedenen Vergünstigungen. Großen Nachholbedarf sieht die IGSM außerdem bei der Zusammenarbeit von Schulen und Vereinen. Kraske sagt: „Wir brauchen eine institutionalisierte Verzahnung von Schul- und Vereinssport.“ Und noch etwas ist Franke sehr wichtig: Die Spitzensportförderung soll nicht zu Lasten des Breitensports gehen.

Diese und weitere Themen wollen die Interessenvertreter in die „gesellschaftliche und politische Wahrnehmung“ rücken. Von der Idee, dafür eine Partei zu gründen (Hallo berichtete), ist Franke abgekommen. „Der Zugang für Interessierte soll so einfach wie möglich sein.“

Ursula Löschau

Neue Zahlen zum Sport in München

In München gibt es derzeit 711 Sportvereine mit mehr als 585 000 Mitgliedern. Das sind rund 135 000 mehr sportlich aktive Kinder, Jugendliche und Erwachsene als noch vor zehn Jahren. Diese Zahlen gab die Stadt jetzt mit Blick auf das zweite Sportbauprogramm bekannt, welches diese Woche im Stadtrat beschlossen werden soll. 38,4 Millionen Euro sollen in bestehende Anlagen an der Grohmann-, Siegenburger-, Hans-Denzinger- und St.-Martin-Straße fließen. Insgesamt betreibt die Stadt 41 Freisportanlagen mit 133 Großspielfeldern: 83 Natur- und 43 Kunstrasen- sowie sieben Ascheplätze.

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