Nymphenburg

Neue Schritte im Architekturstreit um den Neubau für das Naturkundemuseum „Biotopia“

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Sie fordern, dass sich ein Neubau architektonisch am Vorbild der historischen Schwaige orientiert: Elke Wendrich (mit dem umstrittenen Entwurf) und Neven Denhauser.

Nymphenburg: Der Streit um den Entwurf für den Neubau des geplanten Naturkundemuseums „Biotopia“ geht in die nächste Runde.

Neven Denhauser und Elke Wendrich vom Denkmalnetz Bayern lehnen das Konzept des Berliner Büros Staab Architekten ab und suchen Mitstreiter in Politik und Bürgerschaft. Dazu bieten sie Führungen vor Schloss Nymphenburg an, die nächste am Freitag, 14. April.

Ihr Ziel: „Wir möchten die Leute für die Architektur des Schlossensembles sensibilisieren“, sagt der Kunstgeschichts-Student aus Nymphenburg. Vor allem verdeutlicht er dabei das Prinzip der Symmetrie, welches sich über Jahrhunderte vom Mittelbau des Schlosses bis zu den teils erst im vergangenen Jahrhundert entstandenen Wirtschafts- und Verwaltungsgebäuden durchgezogen hat. Diese „Symmetrieachse“ müsse auch bei künftigen Bauvorhaben beibehalten werden, sagt er. Und das kann für die Kritiker nur eines bedeuten: „Vorbild für den Museumsbau ist die Schloss-Schwaige.“ Konkret: Sie fordern ein weiß verputztes Gebäude mit Fenstern nach historischem Beispiel, ein Dach mit Ziegeldeckung und Gauben sowie einen deutlich kleineren Eingangsbereich als im Siegerentwurf vorgesehen.

„Die Bedenken werden ernst genommen“, betont Dr. Ulrike Rehwagen, Leiterin des Aufbaustabs für das geplante Naturkundemuseum. Trauf- und Firsthöhen sowie „die Symmetrie der Höfe“ würden beibehalten. Die Detailplanung der Außenfassade sowie der Dialog mit den Bürgern starte jetzt erst richtig. So ist im Mai ein Treffen mit dem örtlichen Bezirksausschuss und den Kritikern geplant. Und während der Stadtteilwoche im Juni will sich „Biotopia“ sowohl im Museum Mensch und Natur als auch auf dem zentralen Festplatz im Hirschgarten vorstellen. Der Stadtrat wird sich voraussichtlich im Mai mit dem Neubau (s. Info) befassen. 

ul

Die Gratis-Führung mit dem Denkmalnetz Bayern am Karfreitag, 14. April, beginnt um 14 Uhr am Mittelbau.

Was die Stadt sagt

Die Stadtverwaltung hält an dem Siegerentwurf für den Erweiterungsbau des Museums Mensch und Natur fest. In einer Beschlussvorlage für den Planungsausschuss des Stadtrats erklärt das Referat für Stadtplanung und Bauordnung: „Das Wettbewerbsverfahren wurde formell ordnungsgemäß und unter Beteiligung der Landeshauptstadt durchgeführt. Alle städtebaulichen und denkmalpflegerischen Belange wurden berücksichtigt. Es sind deshalb keine Gründe ersichtlich, die geplante Baumaßnahme selbst sowie das Wettbewerbsergebnis in Frage zu stellen.“ Damit antwortet die Stadt auf einen Antrag der jüngsten Bürgerversammlung, sich gegen den kritisierten Siegerentwurf und für den Erhalt der Bestandsbauten einzusetzen (Hallo berichtete). Der Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg folgt der Empfehlung des Planungsreferats, fordert bei der anstehenden Detailplanung zur Fassadengestaltung aber eine intensive Diskussion mit den Bürgern.ul

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