Schüler kämpfen um ihre Sicherheit

Rückbau an der Nibelungenstraße: OB Reiter rettet Radwege

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Bei einem Ortstermin überzeugte sich der Oberbürgermeister selbst von der Situation und stimmte Schüler, Eltern und Lehrer positiv.

Sie sind schmal, sanierungsbedürftig und müssen in der Tempo-30-Straße nicht benutzt werden. Doch nach dem Schüler-Protest, sind die Radwege jetzt gerettet.

Update: 18. September

Nymphenburg – Der Protest von Schülern, Lehrern und Eltern des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums gegen den Rückbau der Radwege an der Nibelungenstraße hat gefruchtet. 

Nach einem Orts­termin spricht sich Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) dafür aus, die zugrundeliegenden Beschlüsse „wenn möglich“ aufzuheben. Die betreffenden Referate sollen die Sache prüfen und den Stadtrat bald damit befassen. 

Reiter erklärt: „Gerade vor dem Hintergrund der von der Stadt übernommenen Radentscheide ist es wenig verständlich, warum wir jetzt noch auf der Basis alter Beschlüsse Radwege zurückbauen, noch dazu vor einer Schule und so intensiv genutzte wie diesen.“ 

Die inzwischen umstrittene Grundsatzentscheidung zum Radweg-Rückbau stammt von 1995 (siehe unten).

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Erstmeldung: 13. Juni 2019 – Rückbaupläne der Stadt stoßen auf Entsetzen

Luitpold Klotz und Karin von Wilmowski vor einer Schlange von Radfahrern bei Schulschluss.

Nymphenburg – Schüler, Eltern und Lehrer des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums (KKG) an der Nibelungenstaße und der Mittelschule am Winthirplatz sind entsetzt. Der Grund: Die beidseitigen Radwege an der Nibelungenstraße sollen auf der gesamten Länge zwischen Arnulf- und Winthirstraße zurückgebaut werden. Kosten: 3,5 Millionen Euro. 

Für KKG-Rektor Luitpold Klotz ein Unding: „Was ist mit dem Wohl unserer Schüler?“, fragt er und sagt: „Für das Geld könnte man viele neuralgische Punkte entschärfen. Stattdessen wird hier ohne Not eine neue Gefahrensituation geschaffen.“

Schülersprecher Arian Kunze ist entsetzt über die geplante Auflösung der Radwege.

Ebenso fassungslos sind Schülersprecher Arian Kunze und die Elternbeiratsvorsitzende Karin von Wilmowski. „Die Fahrbahn der Nibelungenstraße ist ohnehin sehr schmal. Wenn jetzt auch noch die ganzen Schüler auf Fahrrädern dazukommen, wird es noch enger und gefährlicher“, argumentiert sie. Immerhin besuchen rund 1100 Kinder und Jugendliche das Gymnasium. 

„In Zeiten der Klimadiskussion ist das komplett der falsche Weg. Wenn mehr Menschen Fahrrad fahren sollen, müssen Radwege gebaut und nicht abgerissen werden“, betont zudem der 17-jährige Arian. Zusammen mit der Schulleitung überlegt er sich nun, wie der geplante Rückbau verhindert werden kann. 

Zwar sind die Radwege schmal, doch auch die Straße sei ohnehin stark frequentiert. Würden die Radfahrer dort hinzustoßen, sei Verkehrschaos vorprogrammiert.

Dabei weiß das KKG auch die Winthir-Mittelschule mit 300 Schülern an seiner Seite. „Die Radwege sind stark frequentiert. Ohne sie wäre es zu gefährlich. Die Straße ist eng und zugeparkt und längst nicht alle Autofahrer halten sich an Tempo 30“, sagt Manuela Gallaire von der Schulverwaltung.

Dabei ist das 30er-Limit in diesem Fall eine der Entscheidungsgrundlagen der Stadt. Die Radwege sind dort nicht benutzungspflichtig und laut Bau- und Kreisverwaltungsreferat zu schmal und sanierungsbedürftig. Deshalb kamen die Stadt und der BA bereits 2016 überein, dass sie aufgelassen werden sollen. Die Planung dauerte einige Zeit, sodass der Stadtrat erst jetzt das 3,5-Millionen-Projekt beschlossen hat. 

Zwischen Arnulfstraße und Winthirplatz sollen nun die Baumgräben verbreitet, zwischen Winthirplatz und Winthirstraße Schrägparkplätze angelegt werden. Zudem soll der Kreuzungsbereich der Nibelungen- und Winthirstraße übersichtlicher gestaltet und begrünt werden. Geplant ist die Maßnahme für 2021.

Ursula Löschau

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