Ärger über Pannen-Lift

„Verdruss-Lift“ am Hirschgarten: Anwohner kämpfen für verlässlichere Barrierefreiheit

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Zwar sollte die Barrierefreiheit in diesem Bereich durch den Lift gewährleistet sein. Doch die häufigen Ausfälle des Lifts erschweren zahlreichen Personen den Zugang zur S-Bahn- und Busstation.

Enttäuschte Gesichter gibt es hier ständig: Der Lift, der Fußgänger barrierefrei vom Stadtquartier am Hirschgarten auf die Friedenheimer Brücke bringen soll, ist häufig kaputt. 

Nymphenburg – Ein Aufzug sorgt für Ärger im Stadtquartier am Hirschgarten. „Verdruss-Lift“, so nennt ihn Helmut Krumm. Denn nach den Beobachtungen des 81-jährigen Anwohners ist das Gerät häufig defekt, zuletzt fast drei Monate am Stück. 

„Ich habe den Eindruck, kein Mensch kümmert sich darum“, schimpft er und hofft, dass der BA mit Hilfe der Stadt etwas daran ändern kann. Schließlich bietet der Lift einen direkten barrierefreien Zugang vom Viertel auf die Friedenheimer Brücke mit Bushaltestelle und S-Bahn-Station.

Dieses Ehepaar steht vor dem defekten Lift im Stadtquartier am Hirschgarten. Der Ausflug mit dem Enkel beginnt jetzt notgedrungen mit einem großen Umweg.

Das Problem: Beim Bau des Aufzugs hat die Stadt noch mitgeredet, beim Betrieb der nach wie vor privaten Einrichtung hält sich die Verwaltung völlig raus. Zur Erinnerung: Um das Quartier barrierefrei zu erschließen, hat der Bauherr der Wohnanlage „Friends“ auch diesen Lift errichtet. 

„Die Verpflichtung zur Errichtung eines Aufzugs ergibt sich aus dem städtebaulichen Vertrag zum Bebauungsplan“, sagt Thorsten Vogel, Sprecher des Planungsreferats. Besitzer der Anlage ist inzwischen die „Friends“-Wohnungseigentümergemeinschaft. Die wiederum hat eine Hausverwaltung mit Wartung und Instandsetzung beauftragt. Mehrfache Hallo-Anfragen dort, warum der Lift oft so lange stillsteht, blieben bisher unbeantwortet.

Helmut Krumm (81) sieht auch die Stadt in der Pflicht.

Helmut Krumm hat auch keine Lust mehr, zu warten. Seiner Meinung nach macht es sich die Stadt zu leicht: „Wenn man verlangt, dass ein Lift gebaut wird, dann muss man doch auch den Betrieb vertraglich absichern“, sagt der Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik. Immerhin hilft der Aufzug Menschen mit Gehbehinderung, Kinderwagen oder schwerem Gepäck einen Höhenunterschied von 32 Treppenstufen zu überwinden. 

Alternativ bleibt den Betroffenen nur ein langer Umweg durchs Viertel auf die Friedenheimer Brücke übrig.

Das weiß auch der BA und nimmt Krumms Beschwerde zum Anlass, die Referate hier stärker in die Pflicht zu nehmen. „Die Stadt muss einfordern, dass dieser Aufzug ordentlich betrieben wird“, sagt Viertel-Chefin Anna Hanusch (Grüne).

Die bisherige Hausverwaltung mit Sitz in Baden-Württemberg ist übrigens nicht mehr lange für die „Friends“ zuständig. Ab November übernimmt eine Münchner Firma die Betreuung.

Ursula Löschau

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