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Präventionstag der PI Neuhausen

Trickbetrüge nehmen drastisch zu – So sollten Sie reagieren

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Nach dem Betrugsversuch durch falsche Polizisten ließ Gisela Döring ihren Eintrag im Telefonbuch streichen.

In Neuhausen-Nymphenburg hat sich die Zahl an Trickbetrügen und -diebstählen 2018 verdreifacht! Gisela Döring erlebte einen solchen Fall. Wie die Geschichte ausging und was die Polizei unternimmt...

Neuhausen – Das Telefon klingelt. Es ist 22.45 Uhr. Gisela Döring (56) denkt besorgt an ihre Eltern und geht ran. Es meldet sich ein Bernhard Dill vom „Einbruchdezernat Ettstraße“. Er behauptet, Frau Döring sei nach einem Einbruch in der Nachbarschaft vielleicht das nächste Opfer, und fragt nach Wertgegenständen. „Das würde die Polizei so nie machen“, erkennt Stefan Wölfle, Kontaktbeamter der Polizeiinspektion Neuhausen (PI 42), darin sofort einen typischen Trickbetrugsversuch durch falsche Polizisten. Etwas, das immer häufiger passiert. Allein im Bereich der Neuhauser Polizei wurden im vergangenen Jahr 93 Fälle gemeldet – von insgesamt 155 Anzeigen wegen Trickbetrugs und -diebstahls. Im Vorjahr waren es 100 weniger. Die PI 42 setzt daher auf Vorbeugung und veranstaltet am Samstag, 1. Juni, einen Präventionstag.

Bei 92 von 93 Anrufen durch falsche Polizisten im PI-Bereich blieb es 2018 übrigens beim Versuch. So auch in Dörings Fall, der sich jetzt im April ereignet hat. „Ich bin recht schnell misstrauisch geworden und wollte das Gespräch beenden“, erinnert sich die Neuhauserin. Danach meldete sie den Vorfall bei der echten Polizei und erfuhr, dass allein an diesem Tag rund 200 Münchner mit derselben Masche betrogen werden sollten.

Ein Anruf von falschen Polizisten macht Gisela Döring zu schaffen. Zwar reagiert die Neuhauserin richtig und fällt nicht auf die Betrugsmasche herein. Dennoch sagt sie: „Es hat mich sehr erschüttert.“ Stefan Wölfle, Kontaktbeamter der Polizeiinspektion Neuhausen (PI 42) erklärt: „Das würde die Polizei so nie machen.“

Für Wölfle keine Überraschung: „Das sind Callcenter, oft mit Sitz in der Türkei. Die sprechen perfekt deutsch und arbeiten sich telefonbuchweise durch die Städte.“ Dabei würden sie ihre potentiellen Opfer häufig nach den Vornamen auswählen, nach traditionellen deutschen Namen wie Gisela.

„Dass gerade alte, hilflose Menschen von diesen Banden ausgenommen werden, finde ich besonders verwerflich“, ärgert sich die 56-jährige Musikerin und Verwaltungsangestellte, die vor einigen Jahren schon einmal von Trickbetrügern angegangen wurde. „Angeblich war es mein Neffe, der Geld brauchte. Aber der würde sich nie so verhalten“, erzählt sie. Doch trotz aller Besonnenheit setzt der aktuelle Anruf ihr nach wie vor zu: „Das ist fast ein bisschen existenzbedrohlich. Es zerstört das Vertrauen in eine Institution wie die Polizei.“

Für diese ein Grund mehr, mit allen Mitteln gegen diese Verbrechen vorzugehen und aufzuklären: „Das fällt in den Bereich der Bandenkriminalität. Deshalb ist es wichtig, auch jeden Versuch sofort zu melden“, betont Stefan Wölfle. Vor allem aber rät er zur äußersten Vorsicht: „Geben Sie am Telefon keine Informationen preis. Wimmeln Sie die Anrufer ab. Sagen Sie, Sie haben den Betrug erkannt und werden die Polizei rufen.“

Vorsicht ist auch in anderen Situationen geboten, ob am Telefon oder der Haustür. 62 Fälle im Stadtbezirk kamen 2018 durch den Enkeltrick, falsche Handwerker und Gewinnversprechen zusammen. In 15 Fällen machten die Täter Beute.

Ursula Löschau

Das bietet der Präventionstag

Schutz vor Trickbetrügern ist ein Themenschwerpunkt beim Präventionstag der Polizeiinspektion 42 am Samstag, 1. Juni, im Hirschgarten. Außerdem geht es an zahlreichen Infoständen und bei Mitmachaktionen zwischen 11 und 17 Uhr um Belange wie Einbruchschutz, Verkehrssicherheit und Jugendkriminalität. Mit dabei sind unter anderem auch Polizeipferde, die Diensthundestaffel München, der Seniorenbeirat, die Sicherheitswacht und Polizeiimker. Zudem informieren auf der Wiese neben dem Biergarten das Bayerische Rote Kreuz und die Berufsfeuerwehr.

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