Ärger um Baustopp

Haus für Kinder: Bau verzögert sich – Problem auch für Grundschule

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Das vorbereitete Baufeld für ein Haus für Kinder an der Braganzastraße liegt brach.

Eigentlich hätte das Haus für Kinder an der Braganzastraße mit jeweils 100 Hort- und 100 Kindergartenplätzen zum neuen Schuljahr fertig sein sollen. Doch daraus wird jetzt nichts! 

Neuhausen – In der Grundschule an der Dom-Pedro-Straße bleibt es eng und die Zahl der Hortplätze im Viertel stagniert. Denn: Der Pavillonbau an der Bra­ganzastraße, der ab September Entlastung bringen sollte, liegt auf Eis. 

„Die für die geplante Pavillonanlage gesamtverantwortliche Baufirma kann die vertraglich vereinbarten Fertigstellungstermine nicht einhalten. Deshalb sah sich das Baureferat nunmehr gezwungen, den Vertrag zu kündigen“, erklärt Ursula Oberhuber, Sprecherin des Referats für Bildung und Sport (RBS), auf Hallo-Anfrage. 

Die Stadt schreibt den Auftrag jetzt neu aus. Wann das Haus für Kinder nun fertig wird, kann Baureferats-Sprecherin Michaela Gebele im Moment nicht beantworten.

Dieses Konzept war ursprünglich geplant

Das Haus soll Räume für vier Kindergarten- und vier Hortgruppen mit jeweils 100 Plätzen bieten. Der Hort ist als sogenannter Regionalhort für Kinder aus mehreren Grundschulen vorgesehen. In den Kindergarten sollen die vier Gruppen einziehen, die bisher im Schulhaus an der Dom-Pedro-Straße untergebracht sind. So kann dort Platz für die steigenden Schülerzahlen geschaffen werden. 

Doch zum neuen Schuljahr wird nichts daraus. „Wir müssen jetzt sehen, dass wir die Zeit vermutlich bis zum Schuljahr 20/21 gut überbrücken“, sagt Schulleiterin Vanessa Ziegler. Insgesamt rechnet sie ab September mit 496 Schülern in 20 Klassen – einer Klasse mehr als aktuell. Laut Oberhuber soll sich diese Klasse einen Raum mit dem Schulhort teilen. „Vormittags Unterricht und nachmittags Hort“, so der Plan des RBS. Dafür soll das Zimmer noch ausgestattet werden.

So beurteilt der BA die Situation

Branchenkenner Michael Frikell, Geschäftsführer der Bauinnung München, sieht die Situation kritisch.

Der BA sieht in dem Baustopp „einen schweren Schlag für die Versorgung der Kinder im Umfeld der Dom-Pedro-Schule und darüber hinaus“. So steht es in einem einstimmig beschlossenen Schreiben an die Stadt, in dem das Gremium schnelles Handeln und direkte Informationen seitens der Verwaltung fordert. 

„Es ist sehr unerfreulich, wenn man den Infos hinterherlaufen muss“, kritisiert Viertel-Chefin Anna Hanusch (Grüne). Zudem fürchtet sie längere Verzögerungen. Die Architektin weiß: „Die Baufirmen sind im Moment gut beschäftigt.“

Das bestätigt auch Michael Frikell, Geschäftsführer der Bauinnung München: „Gerade jetzt im Sommer ist die Branche relativ ausgelastet. Der Vorlauf bei den Firmen liegt bei mindestens sechs bis acht Wochen, teils auch mehr.“ 

Für eine Ausschreibung und Prüfung der Angebote rechnet er üblicherweise auch mit rund acht Wochen. Als Bauzeit für eine Pavillonanlage dieser Art gibt das Baureferat „einige Monate bis zu einem halben Jahr“ an.

Ursula Löschau

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