Gremium fördert Sozial- und Kulturprojekte

Ansturm auf Bürgerbudget: Rund 47 000 Euro Zuschüsse vom BA

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Luisa Wöllisch (vorne im Stück „Schamo“) ist mit ihrem Kinoerfolg in „Die Goldfische“ die bekannteste Absolventin der Freien Bühne München. Der Verein bekommt jetzt Hilfe vom BA.

Ob dringende Renovierungsmaßnahmen, Familienunterstützung oder ungewöhnliche Förderprojekte: Welchen Einrichtungen der Bezirksausschuss finanziell unter die Arme greift und welche Summen fließen...

Neuhausen – Bei den Vereinen, Initiativen und Einrichtungen in Neuhausen-Nymphenburg hat es sich offenbar herumgesprochen, dass die Bezirksausschüsse (BA) über mehr Geld verfügen. Rund 15 Budgetanträge mit einer Gesamtsumme von über 63 000 Euro standen auf der Tagesordnung der jüngsten BA-Sitzung. Fast 47 000 Euro hat das Gremium nach teils intensiven Diskussionen schließlich bewilligt.

Das Geld fließt hauptsächlich in Sozial- und Kulturprojekte: 8000 Euro bekommt der Verein Kunstzentrat, der im „Import Export“ Workshops und soziokulturelle Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien schaffen will. 

Der mit 7500 Euro zweithöchste Zuschuss wurde an das Pathos München vergeben und ist für Renovierungsmaßnahmen in dem Theater bestimmt. 

5600 Euro gehen an die Freie Bühne München mit Sitz im Kultur- und Begegnungszentrum Kult9 an der Blutenburgstraße 71. Der Verein ermöglicht Menschen mit Behinderung wie dem Down-Syndrom eine Schauspielausbildung und Auftrittsmöglichkeiten. Die bisher erfolgreichste Absolventin ist Luisa Wöllisch, die jetzt mit dem Kinofilm „Die Goldfische“ bekannt wurde. Die Freie Bühne München nimmt das zum Anlass, um ihre Ausbildungsangebote im Bereich Film- und Kameraarbeit auszudehnen.

Größere Beträge gehen zudem an den Verein Spielen in der Stadt (4077 Euro), der damit offene Spielangebote (Artmobil, Baumobil und Zirkus Pumpernudel) in verschiedenen Vierteln schafft, und den TSV Neuhausen-Nymphenburg (4478 Euro). Dieser Zuschuss ist für dessen 125-Jahr-Feier mit Stadtteilprogramm am 25. und 26. Mai bestimmt.

Dass der BA „nicht allen Anträgen nachkommen“ könne, wie der Vorsitzende des Kulturausschusses Leonhard Agerer sagte, bekam vor allem der Förderkreis Biotopia zu spüren. Für Sonntag, 26. Mai, plant das Vorbereitungsteam des Naturkundemuseums ein Festival mit Mitmachaktionen zum Thema Ernährung, Gesundheit und Nachhaltigkeit. Dafür wurden 10 000 Euro beantragt und nach langer Debatte 3000 Euro bewilligt. Mehr schien dem BA für eine Tagesaktion nicht angebracht. „Man muss das einfach mit den vielen anderen Anträgen vergleichen“, so Agerer.

Noch 234 000 Euro in der Kasse

Pleite ist das Gremium nach dem jüngsten Förder-Ansturm nicht: Aktuell sind rund 234 000 Euro in der Kasse. Ins Jahr gestartet ist der BA mit einem Bürgerbudget in Höhe von rund 350 000 Euro, inklusive etwa 100 000 Euro Restmittel aus dem Vorjahr. 

Sorge, dass das Geld bald ausgehen könnte, wenn weiterhin so viele Zuschussanträge eingehen wie in den vergangenen Wochen, hat Viertel-Chefin Anna Hanusch (Grüne) nicht. „Wir haben ja noch genug“, sagt sie und ergänzt: „Außerdem müssen wir selbst noch austesten, wie es am besten funktioniert.“ Zumal das neue Budget nicht nur Bürgern, Vereinen und In­stitutionen zur Verfügung steht, sondern auch dem BA mehr Spielraum für eigene, größere Projekte verschaffen soll.

Ursula Löschau

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