Ein- und Ausblicke zum Staunen

Paketposthalle in Neuhausen: Die aktuellsten Pläne 

Visualisierung: PaketPost-Areal an der Friedenheimer Brücke
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Visualisierung: Paketpost-Areal an der Friedenheimer Brücke
  • Ursula Löschau
    VonUrsula Löschau
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Wie die Büschl-Gruppe das Paketpost-Areal zu einem „neuen Stück München“ machen will. Hallo München bietet Einblicke in die denkmalgeschützte Paketposthalle

Neuhausen - Sie mutet wie eine gigantische Ziehharmonika an, gilt auch 50 Jahre nach ihrer Errichtung als die größte freitragende Halle aus Fertigbetonteilen weltweit: die ehemalige Paketposthalle an der Wilhelm-­Hale-Straße. Vor allem von innen betrachtet entfaltet die sogenannte Druckbogenhalle eine beeindruckende Ästhetik und Dimension. Architekt Joachim Jürke schwärmt an dieser Stelle von der „perfekten Symmetrie der geometrischen Wiederholungen“ und zieht Vergleiche mit einer „gotischen Kathedrale“.

Jürke ist Berater der Büschl-Gruppe, die auf dem Paketpost-Areal an der Arnulf- und Wilhelm-Hale-Straße „ein neues Stück München“ schaffen will, wie es in einem Flyer zu den Planungszielen heißt. Außerdem leitet er die Führungen (s. Kasten), bei denen sich Interessierte im September selbst ein Bild machen können, bevor im Oktober 100 zufällig ausgewählte Münchner ein Bürgergutachten erarbeiten werden.

Architekt Joachim Jürke

Paketposthalle in Neuhausen: Die aktuellsten Pläne

Es gilt, aus einem bisher weitgehend versiegelten und für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Betriebsgelände der Post ein Quartier zum „Wohnen, Leben und Arbeiten“ zu machen. Mit rund 1100 Wohnungen, auch geförderten, 3000 Arbeitsplätzen, 600 Kita-Plätzen, einer Einrichtung für Senioren, Geschäften sowie Raum für Kultur, Sport und Freizeit. Hier soll besonders die denkmalgeschützte Halle eine zentrale Rolle spielen: als „überdachter Marktplatz“ mit knapp 20 000 Quadratmetern Fläche und verschiedenen Nutzungen vom Wochenmarkt über Kino bis zur Eisbahn. Im Untergeschoss ist ein Konzertsaal geplant. Die Führungen bieten Einblicke in den Ist-Zustand mit dem Briefverteilzentrum, das voraussichtlich Mitte 2024 in einen Neubau nach Germering ziehen wird, sowie Ausblicke, was das neue Quartier nach jetzigem Planungsstand ab etwa 2030 bieten soll.

Paketposthalle in Neuhausen

Paketpost-Areal am Birektweg
Die geplanten 155-Meter-Türme sollen im Bereich zwischen Birketweg und Paketposthalle entstehen.  © Ursula Löschau
Führung auf dem Paketpost-Areal mit Blick in die Halle.
Die größte freitragende Halle aus Fertigbetonteilen: Die denkmalgeschützte Paketposthalle auf dem Postareal in Neuhausen. © Ursula Löschau
Druckbogenhalle auf dem Paketpost-Areal
Die Halle besteht aus einem sogenannten Falttragwerk mit 38 Bögen, die am Boden auf Druckpunkten (hier im Bild) aufliegen. © Ursula Löschau
Führung auf dem ehemaligen Paketpost-Areal an der Wilhelm-Hale-Straße
Teilnehmer machen sich bei einer Führung ein Bild vom ehemaligen Paketpost-Areal an der Wilhelm-Hale-Straße. Hier soll bald ein neues Quartier entstehen. © Ursula Löschau
Briefverteilzentrum in der Paketposthalle des Paketpost-Areals
In der Paketposthalle befindet sich noch das Briefverteilzentrum. © Ursula Löschau

Dazu gehören nach dem aktuellen Masterplan des Architekturbüros Herzog & De Meuron vor allem auch zwei 155-Meter-Türme mit außenliegenden Schrägaufzügen und einem Nutzungsmix aus Wohnungen, Büros und öffentlich zugänglichen Bereichen – bis hin zu einem Dach-Biergarten. „Diese Hochhauskonzeption, die vertikale Stadt, die sich der Bevölkerung öffnet, haben wir in München noch nicht“, sagt Joachim Jürke.

Führungen plus Festival

Im September gibt es noch drei bis vier weitere kostenlose Führungen. Die Teilnehmerzahl ist auf 30 begrenzt, die Nachfrage groß. Information und Anmeldung unter www.paketpost-areal.de/die-tour/.

Zudem veranstaltet das Backstage, Reitknechtstraße 6, am Sonntag, 19. September, ein „Paketpost-Kultur-Festival“. Bei freiem Eintritt spielen ab 13 Uhr viele Bands von Jamaram bis Django3000. Parallel gibt’s Infostände und Diskussionsforen zur Planung auf dem Paketpost-Areal.

Die 100 Teilnehmer des Bürgergutachtens stehen noch nicht fest. Laut Planungsreferat wurden im August 3300 zufällig ausgewählte Münchner angeschrieben. Rückmeldefrist ist diese Woche.

Gleichzeitig betont er, dass sich die Planung erst im „Workshop-Verfahren“ befinde und noch nichts endgültig sei. Experten würden sich dabei um alle relevanten Themen kümmern – von der Verschattung der umliegenden Gebäude bis zur Luftströmung zwischen den Türmen. Soweit jetzt schon möglich, beantwortet der Architekt diese Fragen auch bei den Führungen. Schwierig wird’s allerdings noch bei so manchem Detail: Ob beispielsweise im Biergarten auf 155 Metern Höhe auch Kastanien stehen werden, konnte er bei der jüngsten Führung mit 30 Teilnehmern nicht sagen.

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