Bürger fordern Viertelplatz auf historischem Grund

Neues Leben für die „Zirkuswiese“?

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Entsteht hier ein neuer Platz für das Viertel?

Nymphenburg – Das Chinesische Generalkonsulat ist aus Nymphenburg weggezogen. Die Polizei hat ihren Wachposten an der Schlossmauer geräumt. Die perfekte Gelegenheit für eine Umgestaltung?

Wo zu Zeiten des Hofes einst Gaukler und Artisten auftraten, möchte die Bürgergruppe „Blauer Regen“ erneut einen Platz fürs Viertel schaffen. Für Catherine Jennings (60), Sprecherin der Gruppe, drängt sich die etwa 1000 Quadratmeter große, städtische Fläche an der Zuccalistraße, Ecke Hirschgartenallee, dafür geradezu auf. Zumal die sogenannte „Zirkuswiese“ zuletzt ein langes Schattendasein geführt hat. „Nach 15 Jahren Belagerung mit Konsulat, Polizei und Dixi-Klo ist aus der Fläche eine reine Hundewiese geworden. Und das an diesem prominenten Platz am Schloss“, sagt sie.

Bürger wie Jennings und Kathrin Kreuzpointner (30) haben sich jetzt an den Bezirksausschuss (BA) Neuhausen-Nymphenburg gewandt. Nachdem das Chinesische Generalkonsulat von der Romanstraße in einen Neubau an der Hofmannstraße umgezogen ist und die Polizei ihr Wachhäuschen an der Schlossmauer abgebaut hat, sehen die Anwohner dringenden Handlungsbedarf. 

„Es ist traurig, dass sich bisher weder die Chinesen noch die Polizei oder die Stadt zu einer Reinigung und Instandsetzung aufgerufen fühlen“, ärgert sich die 60-Jährige. Die dortigen Bänke seien kaputt und schmutzig, die Wiese „runtergetrampelt“. „Einfach nicht einladend“, so Kreuzpointner.

Catherine Jennings (links) und Kathrin Kreuzpointner, fordern, die einstige „Zirkuswiese“ zu einem neuen Viertelplatz umzugestalten.

Die Anwohner bieten auch ihre aktive Mithilfe an. Die Bürgergruppe möchte zum Beispiel drei Gartenbänke stiften, um geschützte Sitzplätze an der Schlossmauer zu schaffen, und hat Ideen für eine nachhaltige Gestaltung mit mehrjährigen Blühpflanzen. „Ich denke besonders an die Patienten und deren Angehörige aus dem nahen Krankenhaus und der Palliativstation, die hierher kommen könnten“, erklärt die Sprecherin. Ihre 30-jährige Mitstreiterin ergänzt: „Es gibt auch junge Leute hier, die sich über ein ruhiges Plätzchen im Viertel freuen. Ich würde gerne mit meinen Kindern zum Spielen herkommen“, sagt die junge Mutter und schlägt vor, in einem Teil der Fläche Spielangebote für Kleinkinder zu schaffen.

Kurzum: An Ideen zur Wiederbelebung und Aufwertung der früheren „Zirkuswiese“ mangelt es den Nymphenburgern nicht. Was sie jetzt brauchen, ist Unterstützung durch den BA und die Stadt. Und wie es scheint, fällt die Initiative beim BA auf fruchtbaren Boden. Der Unterausschuss Umwelt war bereits vor Ort und wird dem Gremium in der kommenden Sitzung am Dienstag, 16. April, (19.30 Uhr, Gaststätte Hirschgarten) seine Vorschläge unterbreiten. 

„Das Grundstück ist ziemlich verwahrlost. Besonders für die Anwohner hoffe ich, dass zügig etwas vorangeht“, so Thiele. Viertel-Chefin Anna Hanusch (Grüne) bekräftigt: „Das Ziel lautet, den Bereich möglichst bald als vielseitig nutzbare Fläche zu gestalten und aufzuwerten.“ Eine Sprecherin des Baureferats sagt, dass die Fläche turnusgemäß gereinigt werde. Weitergehende Pläne lägen derzeit nicht vor.

Ursula Löschau

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