Vernebelte Aussichten?

Schneller, größer, breiter? – So steht es um die Planungen für das neue ASZ

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Bis Ende des Jahres ist an der Arnulfstraße 294 die Baustelleneinrichtung für den Umbau des Romanplatzes untergebracht. Wann die Bagger für ein ASZ dort anrollen, ist noch nicht klar.

Nymphenburg – Die Pläne für das neue Alten- und Service-Zen­trum (ASZ) Nymphenburg nehmen Formen an – Doch der Bezirksausschuss ist nicht zufrieden und fordert mehr Platz für die Aufgaben der Zukunft

Optimistisch geplant, könnte Mitte 2020 an der Arnulfstraße 294 mit dem Bau des neuen Alten- und Service-Zentrums (ASZ) für Nymphenburg begonnen und die Einrichtung Ende 2021 eröffnet werden. Das bestätigt Frank Boos, Sprecher des Sozialreferats, auf Hallo-Anfrage. Es sei denn, der Bezirksausschuss (BA) Neuhausen-Nymphenburg setzt sich mit seiner Forderung nach einem mehrgeschossigen Neubau durch. Dass er daran festhält, obwohl der Bebauungsplan an dieser Stelle laut Boos „ausschließlich einen erdgeschossigen Bau vorsieht“, hat das Gremium in seiner jüngsten Sitzung einstimmig erklärt.

Seit Jahren ringt der BA um mehr Räume fürs ASZ und bürgerschaftliche Nutzungen an diesem Standort (Hallo berichtete). Der Erfolg: Jetzt soll der eingeschossige Baukörper komplett unterkellert werden und dort unter anderem auch Bandübungsräume bieten. 

Christel Dill und Marion Schwarz (von links) vom Seniorentreff Neuhausen, dem künftigen ASZ-Träger, befürworten die Forderungen des Bezirksausschusses. 

Der BA und der Seniorentreff Neuhausen, der das künftige ASZ Nymphenburg als Träger übernehmen wird, sehen aber durchaus noch Verbesserungsbedarf. Nach Durchsicht der aktuellen Pläne, die derzeit im Rahmen einer Bauvoranfrage von der Lokalbaukommission (LBK) geprüft werden, haben Viertel- und Seniorenvertreter eine Mängelliste zusammengestellt: Teils unzufrieden sind sie mit den Kellerräumen. So fehlten Fluchtwege für Gehbehinderte, wenn im Brandfall der Aufzug ausfalle. Den Zugang zu den Toiletten durch die Teeküche zu führen, findet der BA „sehr ungewöhnlich“. Situierung und Gestaltung des Haupteingangs werden kritisiert. Küche und Begegnungsraum seien zu klein.

Überhaupt: „Es wäre fahrlässig, wenn man jetzt bei einem Neubau nicht gleich größer und zukunftsfähiger planen würde“, sagt BA-Mitglied Peter Loibl (AGS). „Wir brauchen dieses Potenzial für den wachsenden Stadtteil“, unterstreicht BA-Chefin Anna Hanusch. Und die Neuhauser Seniorenbeirätin Ingeborg Staudenmeyer setzt noch Eins drauf: „Ein Stockwerk mit Seniorenwohnungen über dem ASZ wäre gut.“

Sollte die laufende Prüfung der LBK ergeben, dass doch mehrere Etagen möglich wären, stünde eine Umplanung zur Debatte – Dauer: unbekannt. Der Seniorentreff betrachtet das mit gemischten Gefühlen. „Einerseits wäre Planungssicherheit natürlich wichtig“, sagt Christel Dill (70) vom Vereinsvorstand. „Andererseits setzen wir uns dafür ein, dass es gleich richtig gemacht wird.“ 

So sieht Dill in Zukunft noch mehr Aufgaben auf die ASZs zukommen: „Neue Themenbereiche wie Suchtberatung im Alter, Digitalisierung und Mittagessen kommen hinzu.“ Auch generationenübergreifende Angebote wären langfristig wünschenswert. Beispiele wie „Wohnen für Hilfe“ und einen Rock-Pop-Chor gibt es im Seniorentreff schon jetzt. 

Marion Schwarz, Geschäftsführerin des Seniorentreffs, übt sich in Geduld: „So lange es dauert, dauert’s. Aber wenn klar ist, dass bis zum Umzug ins neue ASZ noch Jahre vergehen werden, dann müssen wir hier in den Räumen an der Leonrodstraße so einiges richten.“

Ursula Löschau

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