Neues aus dem Kreativquartier

Kultur in rostigem Stahl – Kulturstätte schwere reiter zieht um

Kulturreferent Anton Biebl, Bürgermeisterin Katrin Habenschaden und Kulturschaffende vom schwere reiter beim symbolischen Spatenstich für den Neubau.
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Kulturreferent Anton Biebl (vorne li.), Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (vorne re.) und Kulturschaffende vom schwere reiter beim symbolischen Spatenstich für den Neubau.

Es gibt Neues aus dem Kreativquartier: schwere reiter zieht in einen Neubau um. Wie viel der neue Spielort kostet und wie er ausschauen wird...

Neuhausen – Die Kulturstätte schwere reiter muss umziehen, weil das jetzige Gebäude im Kreativlabor an der Dachauer Straße baufällig ist. Dafür entsteht auf der sogenannten Lamentofläche in unmittelbarer Nähe gerade ein Neubau, der im Spätsommer 2021 bezugsfertig sein soll. Baukosten: 3,6 Millionen Euro.

Obwohl der Neubau nach Informationen des Kulturreferats zunächst nur für eine zehnjährige Nutzungsdauer angedacht ist, soll er als neuer fester Spiel­ort in München für die Bereiche Tanz, Theater und Musik dienen. Was mit dem alten schwere-­reiter-Bau passiert, ist noch unklar.

Ein Abbruch oder Sanierung mit Aufstockung, alles ist möglich. Das Gebäude wird nach dem Auszug detailliert untersucht und anschließend werden die Planungen aufgenommen“

Referats-­Sprecherin Petra Theimer

Architekt Lukas Mahlknecht setzt beim Design auf sogenannte Spundwände. Mit ihrer rauen Oberflächenbeschaffenheit aus rostigem Stahl sollen sie einen „industriellen Look“ erzeugen:

„Das neue Gebäude soll dem Experimentellen Raum bieten, sowohl von innen als auch von außen.“ Zusätzlich zu mehr Platz werden die Kulturschaffenden im Neubau von einem größeren Probenraum und einer besseren Akustik profitieren.

So soll der Neubau aussehen.

Michael Purucker vom Verein „TanzTendenz“ hat das schwere reiter 2008 mit aufgebaut. Er freut sich: „Es wird für uns allgemein angenehmer werden.“ Aber auch für die Zuschauer gebe es mehr Komfort, zum Beispiel was die Sanitäranlagen angehe.

Kulturreferent Anton Biebl liegt der Erhalt der Einrichtung am Herzen: „Das schwere reiter ist eine sehr wichtige Produktions- und Spielstätte für die von Raumnot geplagte freie Szene in München.“

Bis zum Umzug wird das alte Gebäude wie gehabt weiterhin genutzt. Für die Zuschauer wird sich laut Purucker nichts ändern. „Wir werden versuchen, innerhalb einer Nacht umzuziehen.“

Noch mehr Neues aus dem Kreativquartier: Grundschulbau an der Infanteriestraße wird heuer fertig

Ein wenig Abschiedsschmerz schwingt bei ihm trotzdem mit: „Das alte Gebäude ist ein gewachsener Ort. Dieses Gefühl müssen wir in den neuen Bau noch reinkriegen.“ Doch die Beteiligten sind zuversichtlich, dass ihnen das gelingen wird.

Musiker- und Komponisten-Woche

Neuhausen – Das Schwere Reiter, Dachauer Straße 116, kündigt für Anfang Oktober „eine wahre Festivalwoche“ an. Von Montag, 5. Oktober, bis Sonntag, 11. Oktober, präsentieren Musiker und Komponisten täglich zeitgenössische Klangkunst.

Den Anfang macht das neue Münchner Ensemble „der/gelbe/klang“ am 5. Oktober mit einem Programm, das Musik aus Italien, Griechenland, Serbien und Frankreich verbindet. Unter dem Titel „Starke Frauen – Starke Stücke“ steht der Klavierabend am 6. Oktober mit Brigitte Helbig.

Am 7. Oktober singen und spielen Salome Kammer und Rudi Spring (Klavier). Philipp Schiepek (Solo-Gitarre) wird am 8. Oktober erwartet und am 9. Oktober stellt „NEOS live“ Uroš Rojko (Klarinette) und Luka Juhart (Akkordeon) aus Slowenien vor.

Am Wochenende, 10. und 11. Oktober, gibt das „Neue Kollektiv München“ zwei Konzerte unter dem Motto „Klima in Variationen“. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Wegen der corona­bedingten Platzbegrenzung ist Reservierung nötig unter www.schwerereiter.de.

Jutier- und Tonnenhalle: „Einsparpotenziale prüfen“

Neuhausen – Die Kosten für die Sanierung und den Umbau der Jutier- und der Tonnenhalle betragen nach der bisherigen Vorplanung durch das Baureferat 99,4 Millionen Euro.

Wie berichtet, sollen in den denkmalgeschützten Indu­striehallen aus dem Jahr 1926 Arbeitsräume und Spielorte für die Kreativwirtschaft, Kunst- und Kulturschaffende entstehen.

99,4 Millionen Euro soll der Umbau der Jutier- und der Tonnenhalle kosten.

Wie weit coronabedingte Einbußen im städtischen Haushalt diese Pläne beeinflussen könnten, ist derzeit noch offen. Neuhausens BA-Chefin und Grünen-Stadträtin Anna Hanusch sagt auf Hallo-Anfrage:

„Grundsätzlich wollen wir das Ganze als wichtiges Projekt für die freie Szene und wichtigen Baustein für das gesamte Quartier erhalten und nicht auf die lange Bank schieben.“ Sie schränkt allerdings ein: „Es wird aber Gespräche geben, ob es für das Gesamtprojekt verträgliche Einsparpotenziale gibt.“

ul/cos

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