Dachauer Straße stadteinwärts

Radstreifen statt Parkplätze – Rot-grüne BA-Mehrheit will Gehweg für Fußgänger freimachen

 Zu viele Radfahrer auf Fahrradweg
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Engstelle Radweg: Der BA will Fußgängern und Radfahrern an der Dachauer Straße stadteinwärts mehr Platz verschaffen.

Fußgänger und Radfahrer an der Dachauer Straße stadteinwärts sollen mehr Platz bekommen. Dafür sollen Parkplätze weichen. Nicht alle im BA sind dieser Meinung...

  • An der Dachauer Straße stadteinwärts kommt es zu vielen Engpässen auf dem Radweg.
  • BA-Mehrheit will mehr Platz für Radler und Fußgänger schaffen.
  • Das sagen die Beschluss-Gegner...

Neuhausen – Der Radweg an der Dachauer Straße stadt­einwärts soll im Abschnitt zwischen der Heideck- und der Lothstraße als durchgehender Radstreifen gestaltet und der bestehende Radweg zurückgebaut werden. Das hat der Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg jetzt gegen die Stimmen von CSU, FDP und Freien Wählern beschlossen.

Platz dafür will Antragsteller Nikolai Lipkowitsch (Grüne) unter anderem dadurch schaffen, dass die Parkplätze am Fahrbahnrand zwischen dem Leonrodplatz und der Lazarettstraße zugunsten des Radstreifens entfallen sollen.

Mit diesem Punkt hat die CSU die größten Probleme. Wolfgang Schwirz sagt: „Diese Parkplätze werden benötigt.“ Er beruft sich dabei auf eine Aussage des KVR von 2018.

„Dieser Radweg ist stellenweise eine Katastrophe.“

Damals wurde geprüft, ob auf rund 60 Stellplätze zwischen der Funker- und der Lazarettstraße verzichtet werden könnte, und die Verwaltung sprach sich laut Schwirz für die Beibehaltung der Parkflächen aus. „An dem Bedarf hat sich nichts geändert. Die Leute wohnen immer noch dort“, sagt er.

Anna Lena Mühlhäuser (SPD) findet dagegen schon, dass die Situation neu bewertet werden sollte: „Der Radverkehr hat seitdem deutlich zugenommen. Es geht jetzt um ein wesentlich größeres Projekt“, erklärte sie in der jüngsten BA-Sitzung. Viertel-Chefin Anna Hanusch (Grüne) betonte: „Dieser Radweg ist stellenweise eine Katastrophe.“

Es gebe Engstellen mit nur 60 Zentimetern Breite. Das Überholen von Radfahrern mit Anhänger oder von Lastenrädern sei „praktisch unmöglich“, heißt es in der Antragsbegründung. Und weiter:

„Besonders am Leonrodplatz und auf den gemeinsam genutzten Fuß- und Radwegen kommt es regelmäßig zu gefährlichen Begegnungen.“ 

Anna Hanusch

Dies würde sich noch zuspitzen, wenn das Justizzentrum am Leonrodplatz in Betrieb sei und die dortigen Wohnungen bezogen wären. Statt Parkplätze und Fahrbahnflächen zu opfern, würde Wolfgang Schwirz lieber auf „gegenseitige Rücksichtnahme“ setzen. Felix Meyer (FDP) ergänzte in der Debatte: „Die Dachauer Straße erfüllt die wichtige Funktion, den Verkehr zu bündeln und aus den Wohnstraßen fernzuhalten.

Dort ist jetzt schon regelmäßig Stau.“ Weitere Einschränkungen im Fahrbahnbereich würden die Situation noch verschärfen. Eine Stellungnahme des Kreisverwaltungsreferats zu den erneuten Antrag auf einen Radstreifen blieb bis Redaktionsschluss aus.      

ul

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