Traditions-Gasthaus wird zur Kita

Aus für den „Goldenen Hirsch“: Genossenschaft nutzt die Räume um

Roland Beck steht vor dem einstigen Gasthaus „Goldener Hirsch“ an der Renatastraße.
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Roland Beck vom Vorstand der Eisenbahner-Baugenossenschaft vor dem einstigen Gasthaus „Goldener Hirsch“ an der Renatastraße. Der Häuserblock steht unter Ensembleschutz.

Das war es mit dem „Goldenen Hirsch“. Die Räume des Traditionshaus in Neuhausen sollen künftig als Kita genutzt werden. Warum diese Entscheidung für die Baugenossenschaft nicht leicht war und wie es weiter geht, erklärt Vorstandsmitglied Roland Beck...

  • Aus für Traditions-Gasthof „Goldener Hirsch“.
  • Räume der Wirtschaft sollen künftig für eine Kita umfunktioniert werden.
  • Das sagt Vorstandsmitglied Roland Beck der Baugenossenschaft dazu...

Neuhausen – An der Renatastraße 33 bis 35 geht eine Ära zuende: Aus der 1925 eröffneten Gaststätte „Goldener Hirsch“ wird eine Kindertagesstätte. Wenn alles nach Plan läuft, sollen ab September 2021 in den Räumen, in denen in den vergangenen Jahrzehnten viele Neuhauser Vereine sowie der örtliche Bezirksausschuss zuhause waren, 24 Kinder in drei Gruppen betreut werden.

Haus und Grund gehören der Baugenossenschaft München- West des Eisenbahnpersonals. Dort habe man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, berichtet Vorstandsmitglied Roland Beck (65). Immerhin sei der „Goldene Hirsch“ 1985 sogar in die „Liste der traditionswürdigen Gaststätten Münchens“ aufgenommen worden.

Doch in den vergangenen Jahren hatte es mehrere Pächterwechsel gegeben – und Negativ-Schlagzeilen wegen Treffen rechter Gruppen. Zuletzt kündigte zum Jahresende 2019 die Paulaner-Brauerei.

Wir mussten feststellen, dass dieses Gaststätten-Format in dieser Lage nicht mehr so gefragt ist

Roland Beck

Zudem hätte die Baugenossenschaft alle nötigen Sanierungsarbeiten komplett selbst finanzieren müssen. Jetzt rechnet die Genossenschaft damit, dass bei einer Kindergarten-­Nutzung etwa 50 Prozent der veranschlagten Umbaukosten in Höhe von rund 990 000 Euro von der Stadt München als förderwürdig anerkannt werden. „Und wir können unser soziales Engagement im Stadtteil zeigen“, betont Beck.

Aktuell werden der Nutzungsänderungsantrag und diverse Förder-Formalitäten zwar noch geprüft, die Genossenschaft ist jedoch optimistisch, dass im Oktober oder November mit den Innenarbeiten begonnen werden kann. Im Hof des 1924 errichteten Wohnblocks soll zudem ein Spielplatz für Kinder der Kita und der Anwohner angelegt werden.

Im Innenhof des 1924 soll ein Spielplatz für Kinder der Kita und der Anwohner gebaut werden.

Die Eisenbahner-Baugenossenschaft München-West, der allein in Neuhausen knapp 1000 Wohnungen gehören, betritt damit Neuland. „Das ist dann die bisher erste und einzige Kindertagesstätte im unserem Bestand“, kündigt Vorstandsmitglied Beck an.             

ul

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