Er sammelt Stimmen für den Sport

Michael Franke gründet Partei zur Stärkung der Arbeit in den Vereinen

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Michael Franke hat es satt, „den Mangel zu verwalten“.

Gern - Zu wenig Bezirkssportanlagen und Kunstrasenplätze, fehlende Trainer und mangelnde Förderung – bei den Münchner Sportvereinen hakt’s. Der FT-Gern-Präsident hat es nun satt

Bei der nächsten Kommunalwahl in München 2020 könnte eine neue Partei auf dem Stimmzettel stehen: eine Partei, der es um den Stellenwert des Breitensports und Anerkennung für die ehrenamtlich geleistete Arbeit in den Vereinen geht – mehr Investitionen in Sportanlagen, Strukturen und Förderung des Ehrenamts inklusive. Initiator ist Michael Franke (52), seit 15 Jahren Präsident der FT Gern. Er sagt: „Vereine in Ballungsräumen verwalten primär den Mangel.“ Das wollen er und knapp zehn weitere Münchner, die in verschiedenen Vereinen dieselben Erfahrungen gemacht haben, nicht länger tatenlos hinnehmen. 

„Die Wahrnehmung der Vereine und des Ehrenamts in der Gesellschaft muss sich ändern“, betont Franke und beschreibt die Sportvereine als „die letzte Bastion der gesamtgesellschaftlichen Integration“. Denn: „Sie erreichen und verbinden Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten.“ In München nach seinen Informationen immerhin 700 000 Mitglieder in über 2000 Vereinen. Allein die FT Gern leiste pro Jahr Sozialarbeit im Ehrenamt im Wert von 300 000 Euro. „Aber wir müssen um die Möglichkeiten dafür betteln.“ 

Wege, die Vereine zu unterstützen, gibt es aus Frankes Sicht viele: Mehr Zuschüsse für Infrastruktur und Betrieb der Vereine sowie eine klare Trennung von Breiten- und Spitzensport sind nur zwei Aspekte. Die Sportverfechter setzen sich unter anderem auch für kostenfreie Trainerausbildungen, die Förderung von Ehrenamtlern sowie für mehr Personal im städtischen Sportamt und eine eigene Fachstelle zur Koordinierung von Infrastrukturmaßnahmen ein. „Es gibt zu wenig Leute in der Verwaltung, die die Vereine aktiv unterstützen können. Wir wollen, dass sich das Sportamt der Stadt München hier vom Prügelknaben zum Dienstleister entwickelt“, fasst Michael Franke zusammen. Wenn klar wäre, was nötig sei, müsse auch schnell gehandelt werden können. „Und es gibt im rasch wachsenden München bereits enormen Handlungsbedarf.“ 

Mit der Gründung der Partei wollen Franke und seine Mitstreiter deshalb auch nicht mehr lange warten. Das soll noch vor Pfingsten passieren. Dann wollen die Gründer einen passenden Namen samt Logo kreieren. Die Arbeitstitel lauten derzeit „Pro Sport“ oder „Sport wichtig machen“. Hauptsache, damit sind möglichst viele Unterstützer für den Breitensport zu gewinnen. Dafür erheben Münchner wie der FT-Gern-Chef jetzt deutlich ihre Stimmen. ul

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