Neuer Tunnel-Streit

Landshuter Allee: Kommt die Riesen-Röhre?

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Der südliche Abschnitt des Landshuter Allee-Tunnels muss neu geplant und geprüft werden.

Neuhausen -  Der geplante Tunnel unter der Landshuter Allee wird womöglich bis über die Arnulfstraße hinaus verlängert - Mit den bisherigen Plänen könnten weder die vorgeschriebenen Schadstoffgrenzwerte erreicht noch die Lärmbelastung für die Anwohner reduziert werden

Überraschung im Stadtrat: Der neue Landshuter-Allee-Tunnel wird südlich der Nymphenburger Straße vermutlich länger als bisher geplant. Der Grund: An dem bisher vorgesehenen südlichen Tunnelende auf Höhe der Hirschbergstraße würde nach neuen Verkehrsprognosen und Untersuchungen der Verwaltung die Lärmbelastung für die Anwohner eher zunehmen als sinken. Außerdem ließen sich „ohne weitere Optimierungen“ die Grenzwerte für die Schadstoffbelastung in der Luft nicht einhalten.

So könnte eine Einhausung der Landshuter Allee im Abschnitt südlich der Nymphenburger Straße aussehen.

Das hat das Baureferat dem Bauausschuss des Stadtrats jetzt nach über zweijährigen Vorplanungen mitgeteilt und folgende Varianten vorgeschlagen: eine Einhausung der Ein- und Ausfahrtsrampen in Verbindung mit der Auffahrt zur Donnersbergerbrücke oder eine Verlängerung des Tunnels unter der Arnulfstraße hindurch nach Süden. Beides wird jetzt geprüft. Zudem wird untersucht, wie weit diese Maßnahmen mit einer Instandsetzung oder Teilerneuerung der Donnersbergerbrücke verknüpft werden können.

Die Fraktionen von ÖDP und Grünen haben gegen eine Ausweitung des von ihnen ungeliebten Tunnelprojekts gestimmt. Anna Hanusch, Grünen-Stadträtin und Vorsitzende des Bezirksausschusses Neuhausen-Nymphenburg, sagt: „Die bautechnischen Probleme eines Tunnels an der Landshuter Allee haben anscheinend immer größere Dimensionen zur Folge – und immer höhere Kosten.“ Außerdem ärgert sie, dass „eine solch weitgehende Planänderung ohne Bürgerbeteiligung und ohne Befassung des Bezirks­ausschusses einfach durch den Stadtrat“ gepaukt werde. Die Grünen fordern daher eine baldige Infoveranstaltung für die Öffentlichkeit – ein Anliegen, das in den jüngsten Stadtratsbeschluss mit aufgenommen wurde.

Wie viel Zeit und Geld die Neuplanung kosten wird, ist der Beschlussvorlage des Baureferats nicht zu entnehmen. Vor allem der Zeitfaktor macht die CSU nervös. Sie lässt deshalb prüfen, ob das Genehmigungsverfahren bei der Regierung von Oberbayern auch abschnittsweise beantragt werden kann. Insgesamt ist der derzeit noch 1450 Meter lange Tunnel in vier Abschnitte aufgeteilt. ul

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