Hallo München-Report

Kanadier verirrt sich nach Wiesnbesuch auf Sofa einer Neuhauserin

Auf diesem Sofa fand Sigrid Engel mitten in der Nacht einen etwa 28-jährigen Unbekannten, der tief und fest schlief. Sie weckte ihn vorsichtig mit einer Krücke, er suchte schnell das Weite.
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Auf diesem Sofa fand Sigrid Engel mitten in der Nacht einen etwa 28-jährigen Unbekannten, der tief und fest schlief. Sie weckte ihn vorsichtig mit einer Krücke, er suchte schnell das Weite.

Neuhausen: „Während der Wiesn passieren komische Sachen“, sagt die Neuhauserin Sigrid Engel. Eine glatte Untertreibung! Um vier Uhr nachts fand sie auf ihrer Wohnzimmer-Couch einen schlafenden Kanadier.

Was würden Sie tun, wenn Sie nachts von unheimlichen Atemgeräuschen aufwachen und einen fremden, schlafenden Mann auf Ihrem Sofa vorfinden? Schnell die Wohnung verlassen, die Nachbarn zu Hilfe rufen, die Polizei alarmieren? So würden vermutlich die meisten reagieren, nicht aber Sigrid Engel (74) aus Neuhausen. Sie weckt den ungebetenen Gast. Der entpuppt sich als betrunkener Wiesn­besucher aus Kanada und verlässt mit den entschuldigenden Worten „I’m sorry, I’m sorry“ rasch die Wohnung. „Es war ein netter junger Mann, er war selbst total erschrocken“, erzählt die 74-Jährige später der Hallo-Redaktion.

Um vier Uhr nachts schnarchte jemand Fremdes auf ihrem Sofa

Doch der Reihe nach: Der Tag fängt für die Neuhauserin nicht gut an. „Ich hatte starke Schmerzen im Knöchel und in der Nacht kaum geschlafen.“ Sie geht zum Arzt, bekommt Medikamente und ist todmüde, als sie am späten Nachmittag heimkommt. Früh geht sie in ihrer Zwei-Zimmerwohnung ins Bett und schläft ein. Dann der Albtraum: „Genau um 4 Uhr werde ich wach und höre jemand laut schnaufen.“ Doch anstatt in Panik zu geraten, bleibt sie ganz ruhig. „Komischerweise hatte ich überhaupt keine Angst. Mir fiel die Wiesn ein und ich habe mir gedacht, ‚Da passieren solche Sachen‘.“ Die Neuhauserin macht also Licht an und sieht einen schlafenden, jungen Mann auf ihrer Couch im Zimmer nebenan liegen. Sie zieht einen Morgenmantel über, greift nach einer Krücke und holt sicherheitshalber das Telefon plus einen langen, schweren Schuhlöffel aus Messing. Dann stupst sie den Fremden mit der Krücke an. „Er ist aufgewacht, war völlig überrascht und ist gleich aufgestanden“, berichtet sie.

Mehr als die Herkunft Montreal war nicht aus dem Mann heraus zu bekommen

Vor ihr steht nun ein etwa 28-jähriger großer, kräftiger Mann mit Shorts, Hemd und Baseball-Kappe und stammelt Entschuldigungen. Viel mehr als seine Herkunft Montreal in Kanada und dass er im „Zelt“ gewesen sei, bringt er nicht hervor. Dann ist er auch schon weg. Gleich darauf klärt sich, wie er in die Wohnung gekommen sein muss: Sigrid Engel hatte am Nachmittag versehentlich den Schlüssel draußen in der Tür steckenlassen. Zurückgelassen hat der Überraschungsgast übrigens eine schwarze, wattierte Steppjacke – von der Größe und dem Schnitt her eher ein Damenmodell.

Die Besitzerin könnte möglicherweise zur Lösung des Rätsels beitragen, wie der betrunkene Wiesngast bis zu Sigrid Engels Wohnungstür im ersten Stock eines Mietshauses an der Hilblestraße gekommen ist. Die 74-Jährige wäre schon neugierig. „Hinterher habe ich mich geärgert, dass ich ihm keine Tasse Tee angeboten und etwas mehr über ihn und seine verrückte Geschichte erfahren habe.“ ul

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